Anspruch auf Krankengeld

Eine kleine Erkältung wirft niemanden aus der Bahn. Aber was passiert nach einem Unfall, wenn der Arbeitnehmer auf nicht absehbare Zeit krankgeschrieben ist? Anfangs zahlt der Arbeitgeber weiter das Gehalt, doch nach sechs Wochen ist Schluss. Nun springt die Krankenkasse ein und zahlt Krankengeld. Aber hat überhaupt jeder Anspruch darauf? Wie lange wird gezahlt und vor allem, wie viel?

Wer hat Anspruch auf Krankengeld?

Jeder Arbeitnehmer, der in der gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert ist, hat Anspruch auf die Zahlung von Krankengeld. Diese gesetzlich festgelegte Regelleistung soll sicherstellen, dass der Erkrankte, wenn nach sechs Wochen die Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber wegfällt, weiterhin seinen Verpflichtungen nachkommen kann und finanziell abgesichert ist. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Krankschreibung immer für dieselbe Krankheit gilt.

Achtung: Mitversicherten Familienmitglieder, pflichtversicherten Studenten oder Praktikanten steht kein Krankengeld zu!

Selbstständige und Freiberufler, die freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse versichert sind, erhalten nicht automatisch Krankengeld – dafür muss dieser Basisschutz ausdrücklich im Vertrag verankert und mitversichert sein. Für Selbstständige kann es aber von Vorteil sein, stattdessen eine private Krankentagegeldversicherung abzuschließen, um für den Notfall abgesichert zu sein.

Das Krankengeld ist eine sogenannte Entgeltersatzleistung der gesetzlichen Krankenversicherung, die übrigens ruht, wenn es der Versicherungsnehmer versäumt, seine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung innerhalb von einer Woche nach Ausstellung der Krankenkasse zukommen zu lassen. Ebenfalls ist darauf zu achten, dass die Krankmeldung lückenlos datiert ist, um Probleme zu vermeiden.

Weitere Gründe für das Ruhen des Krankengelds sind z. B., wenn der Versicherte in Elternzeit ist, Mutterschaftsgeld oder Kurzarbeitergeld bezieht.

Wie lange wird Krankengeld gezahlt?

Für Angestellte gilt, dass nach der Lohnfortzahlung des Arbeitgebers die Zahlung des Krankengelds beginnt, also ab der 7. Woche bzw. dem 43. Tag nach Feststellung der Erkrankung – wobei hier Kalender- und nicht Arbeitstage gemeint sind. Die maximale Dauer der Zahlung von Krankengeld ist für ein und dieselbe Erkrankung auf 78 Wochen innerhalb von drei Jahren (die sogenannte Blockfrist) festgesetzt, wobei die sechs Wochen der Weiterzahlung des Gehalts seitens des Arbeitgebers hineinzählen.

Freiwillig Versicherte Selbstständige, die in der gesetzlichen Krankenkasse den Bezug von Krankengeld mitversichert haben, erhalten ebenfalls ab der 7. bis zur 78. Woche Geld. Allerdings mit der Ausnahme, dass die Lohnfortzahlung der ersten 6 Wochen nicht stattgefunden hat, da kein Arbeitgeber existiert.

Höhe des Krankengelds

Im Sozialgesetzbuch ist festgelegt, dass sich das Krankengeld auf 70 Prozent des Bruttogehalts beläuft, jedoch nicht mehr als 90 Prozent des Nettogehalts betragen darf. Es handelt sich zwar um eine steuerfreie Zahlung, allerdings werden noch die Arbeitnehmeranteile der Sozialversicherung abgezogen. Die Beiträge zur Krankenkasse entfallen aber. Das Krankengeld pro Tag darf außerdem die Beitragsbemessungsgrenze von aktuell 103,25 Euro nicht übersteigen.

Da das Krankengeld weit unter dem normalen Verdienst liegen kann, empfiehlt es sich, eine Krankengeld-Zusatzversicherung abzuschließen. Diese stockt dann, je nach vertraglicher Vereinbarung und Tarif, das Krankengeld um bis zu 100 Prozent des Nettoverdiensts auf.

Krankengeld beziehen, wenn das Kind krank ist?

Wenn sich pflichtversicherte Arbeitnehmer um ihre erkrankten Kinder (unter 12 Jahren) kümmern müssen und ihrer Arbeit nicht nachgehen können, haben sie ein Anrecht auf das sogenannte Kinderkrankengeld. Es wird für einen Zeitraum von jährlich höchstens 10 Tagen pro Kind gezahlt und beläuft sich ebenfalls auf 90 Prozent des Nettoverdiensts. Alleinerziehende erhalten dieses Krankengeld sogar für insgesamt 20 Tage pro Jahr. Sonderregelungen bestehen für behinderte Kinder.

Wie wird Krankengeld beantragt?

Einen gesonderten Antrag, um Krankengeld zu beziehen, gibt es nicht. Trotzdem sollten einige Regeln beachtet werden, damit die Zahlung des Krankengelds reibungslos läuft.

Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung muss direkt nach der Ausstellung durch den Arzt an den Arbeitgeber als auch die Krankenkasse geschickt werden. Nur so kann im Fall einer länger währenden Krankheit sichergestellt sein, dass es ohne zeitliche Lücken zur Lohnfortzahlung bzw. zur Zahlung des Krankengelds kommt.

Die Höhe des Krankengelds berechnet die Krankenkasse, nachdem sie vom Arbeitgeber die dafür benötigten Verdienstbescheinigungen erhalten hat.

Ratsam ist es, jeglichen Schriftwechsel mit der Krankenkasse als Einschreiben/Rückschein zu schicken, da oft Fristen eingehalten werden müssen und die kontinuierliche Zahlung des Krankengelds nicht gefährdet werden sollte.