25.02.2019

Mütterrente und Erwerbsminderungsrente – Alles zu den zwei neuen Rentenpaketen in 2019

Die gesetzliche Rentenversicherung wurde in den letzten Jahrzehnten immer wieder reformiert. Grund ist der demografische Wandel in Deutschland und die damit einhergehende alternde Gesellschaft. Zum Jahresbeginn 2019 treten mit der aktuellen Rentenreform weitere wichtige Änderungen der Mütterrente und Erwerbsminderungsrente in Kraft.

Neues Rentenpaket 2019

Die Regierung spricht von erheblichen Verbesserungen für jetzige und zukünftige Rentenempfänger. Mit Einführung der Mütterrente II zum 01.01.2019 wird die in der Rentenreform von 2014 neu eingeführte Mütterrente I optimiert. Auch die Erwerbsminderungsrente wird mit höheren Zurechnungszeiten aufgewertet. Mit diesen und anderen Neuerungen soll das Rentenniveau bis 2025 stabilisiert und gesichert werden.

Mütterrente 2019 – Wie werden Erziehungszeiten auf die Rente angerechnet?

Am 1. Juli 2014 trat eine Rentenanpassung in Kraft, die den Rentenanspruch von Müttern, die vor 1992 Kinder geboren haben, angleichen sollte. Sie erhielten pro Kind zwei Rentenpunkte zusätzlich, anstatt – wie bis dato – einen. Bei Müttern, die nach 1992 Kinder bekamen, blieb es wie bereits zuvor bei drei Rentenpunkten pro Kind.

Nun wird die Mütterrente weiter verbessert und Erziehungszeiten höher angerechnet. Demnach erhalten alle Mütter, deren Kinder vor 1992 auf die Welt kamen, zusätzliche Rentenansprüche. Doch wie hoch ist die Mütterrente pro Kind zukünftig? Künftig gibt es anstatt 2 Rentenpunkte pro Kind (mit einem Geburtsdatum vor 1992) eine Erhöhung von 0,5, also insgesamt 2,5 Rentenpunkte.

Mütterrente – Auszahlung kann sich verzögern

Da die Anpassung einen großen Verwaltungsaufwand bedeutet, kommt es zu einer Verzögerung im Hinblick auf die Auszahlung der Mütterrente. Ab wann können Mütter mit der Auszahlung der Erhöhung rechnen? Wer zum 1. Januar 2019 in Rente geht, bei dem wird die Verbesserung sofort angerechnet. Bei Müttern, die sich bereits in Rente befinden, soll die neu berechnete Mütterrente bis Ende der ersten Jahreshälfte 2019 greifen.

Wem steht die neue Mütterrente zu?

Im Normalfall sind es die Mütter, es kann jedoch auch die Mütterrente für Väter geben. Der Begriff „Mutter“ ist gleichzusetzten mit „Eltern“. Wenn sich also der Vater um die Kinder gekümmert hat, kann er sich – statt der Mutter – die Erziehungszeiten für seine Rente anrechnen lassen.

Erwerbsminderungsrente 2019

Leider kommt es vor, dass Menschen aufgrund eines Unfalls oder einer Krankheit ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Damit der Lebensunterhalt trotzdem gesichert ist, erhält der Arbeitnehmer eine staatliche Erwerbsminderungsrente.

Voraussetzung für Erwerbsminderungsrente

Um eine Erwerbsminderungsrente zu beanspruchen,

  • darf die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht sein. Das bedeutet, dass man noch nicht in dem Alter ist, in dem man ohne Abschläge in Rente gehen kann.
  • muss man mindestens fünf Jahre lang in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben.
  • ist es erforderlich, innerhalb der letzten fünf Jahre, bevor die Erwerbsminderung eintrat, drei Jahre davon Pflichtbeiträge durch eine versicherte Beschäftigung geleistet zu haben.

 

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, wird geprüft, ob die Berufstätigkeit mit Hilfe von medizinischen Maßnahmen wiederhergestellt werden kann. Ist dies nicht der Fall, wird vom Rentenversicherungsträger ermittelt, ob der Anspruch auf eine volle oder eine halbe Erwerbsminderungsrente vorliegt.

Die volle Rente wird gezahlt, wenn der Betroffene nach medizinischem Gutachten nur noch in der Lage ist, weniger als drei Stunden täglich zu arbeiten. Die halbe Erwerbsminderungsrente erhält derjenige, dem es möglich ist, pro Tag mehr als drei aber weniger als sechs Stunden einer Tätigkeit nachzugehen.

Erwerbsminderungsrente Erhöhung 2019

Das Bundeskabinett verfügt mit der anstehenden Rentenreform, dass die bisherigen Zurechnungszeiten ausgeweitet werden. Unter „Zurechnungszeit“ versteht man die Zeit, die für den Rentenanspruch hinzugerechnet wird, wenn die Erwerbsminderung vor der Regelaltersgrenze eintritt. In dieser Zeit werden also keine Beiträge in die Rentenkasse gezahlt. Die Zurechnungszeit soll den Verlust ausgleichen, den ein Versicherter erleidet, wenn er bereits als junger Mensch seinem Beruf nicht mehr nachgehen kann.

Bisher wurde die Zurechnungszeit so angesetzt, als hätte der Erwerbsverminderte bis zu seinem 62. Lebensjahr gearbeitet. Nun wird die Zurechnungszeit in einem Schritt auf 65 Jahre und acht Monate ausgedehnt. Danach kommt es sukzessive zu einer Anhebung der Regelaltersgrenze von 67 Jahren.

Die Erwerbsminderungsrente erhöht sich also, da nun mehr Beitragsjahre für die Berechnung zugrunde gelegt werden.

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