Resturlaub – diese Fristen und Rechte gelten

Wer arbeitet, muss auch frei haben, und zwar mindestens vier Wochen im Jahr – so steht es im Bundesurlaubsgesetz (BUrlG). Bei einer Fünftagewoche sind es dementsprechend 20 Arbeitstage Urlaub. Arbeitet ein Angestellter weniger, verringert sich die Anzahl der Urlaubstage entsprechend.

Kann man Urlaubstage ins nächste Jahr übertragen?

Das kommt auf den Grund an, aus dem die Urlaubstage nicht genommen werden konnten. Eine Übertragung ist nach § 7 Abs. 3 BUrlG nur in Ausnahmefällen gestattet, wenn „dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe dies rechtfertigen.” Das ist der Fall, wenn man als Arbeitnehmer wegen einer Urlaubssperre im Betrieb, einem Übermaß an Arbeit oder Krankheit während des Urlaubs den Jahresurlaub nicht in vollem Umfang nehmen konnte. Dies sollte man sich vom Arbeitgeber schriftlich bestätigen lassen.

Bis wann muss der Resturlaub genommen werden?

Resturlaub muss in der Regel bis zum 31. März des Folgejahres vollständig genommen worden sein, sonst verfällt der Anspruch auf Urlaubstage aus dem Vorjahr.

Von dieser Regelung gibt es jedoch einige Ausnahmen – beispielsweise, wenn der Arbeitnehmer erst nach dem 1. Januar des Vorjahres bei der Firma angefangen hat. Auch bleibt der Anspruch über den 1. April hinaus in vollem Umfang erhalten, wenn zwischendurch Elternzeit genommen wurde oder der Arbeitnehmer für längere Zeit krank war. Geht der krankheitsbedingte Ausfall über die ersten drei Monate des Jahres hinaus, bleibt auch der Urlaubsanspruch bestehen. Wer danach wieder arbeitsfähig ist, muss seinen Resturlaub zeitnah nehmen.

Um aber auch den Arbeitgeber vor einer Anhäufung von Urlaubstagen durch arbeitsunfähige Arbeitnehmer zu schützen, verfallen Ansprüche auf Urlaubstage 15 Monate nach Ablauf des Jahres, in dem der Urlaubsanspruch entstanden ist.

Urlaubstage einfach auszahlen lassen – geht das?

Möchte sich der Arbeitnehmer lieber etwas Schönes kaufen, statt in der Sonne zu liegen? Dann wäre eine Auszahlung des Urlaubs natürlich eine prima Sache – aber ganz so einfach ist das nicht. Denn der gesetzliche Urlaubsanspruch eines Arbeitnehmers dient dazu, seine Erholung zu ermöglichen und damit seine Gesundheit zu schützen. Und auch für den Arbeitgeber ist dieser Tausch eine heikle Sache. Denn selbst wenn er den Urlaub auszahlt, erlischt der rechtliche Anspruch auf die Urlaubstage nicht.

In der Praxis werden Urlaubstage – im gegenseitigen Einvernehmen – trotzdem ausgezahlt. Diese Urlaubsabgeltung ist so hoch wie das normale Gehalt. Maßgeblich ist hierbei laut §11 BUrlG der durchschnittliche werktägliche Verdienst der letzten 13 Wochen. Überstundenauszahlungen werden nicht mitberechnet, Provisionen hingegen schon. Diese Summe wird dann mit der Anzahl der Urlaubstage multipliziert.

Was passiert mit Resturlaub im Falle einer Kündigung?

Im Falle einer Kündigung (ganz gleich ob vom Arbeitnehmer oder durch den Arbeitgeber) sollten die verbleibenden Urlaubstage möglichst genommen werden. Verlässt der Angestellte das Unternehmen vor dem 30. Juni, kann er ein Zwölftel des Jahresurlaubs pro Beschäftigungsmonat geltend machen. Endet das Arbeitsverhältnis erst in der zweiten Jahreshälfte, hat er sogar Anspruch auf den gesamten Jahresurlaub wenn er bereits mehr als sechs Monate für das Unternehmen tätig war.

Kann der Resturlaub im Falle einer Kündigung nicht mehr oder nur noch teilweise gewährt werden, da die verbleibende Arbeitszeit nicht ausreicht oder das Unternehmen nicht auf die Arbeitsleistung verzichten kann, ist eine Auszahlung des Urlaubs möglich. Der Anspruch besteht dann zum Zeitpunkt der Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Im Zuge eines Aufhebungsvertrags können individuelle Regelungen in Bezug auf den Resturlaub vereinbart werden.

Was ändert sich bei einer Freistellung?

Stellt der Arbeitgeber den Arbeitnehmer für den Rest der Beschäftigungszeit frei, werden die noch verbleibenden Urlaubstage in diese Zeit eingerechnet. Allerdings muss der Arbeitgeber dann zusätzlich die Urlaubsabgeltung auszahlen.