18.06.2018

Existenzgründung: Kommt eine GmbH Gründung für Sie in Betracht?

Sie wollen ein Unternehmen gründen? Dann sollten Sie sich zuallererst Gedanken darüber machen und sich genau informieren, welche Rechtsform die sinnvollste für Ihre Geschäftsidee ist. Äußerst beliebt ist die Unternehmensform der GmbH bei Gründern. Im Wirtschaftsleben genießt sie eine hohe Akzeptanz. Wir stellen Sie Ihnen im Folgenden vor, erörtern, was wichtig für die Gründung ist, zeigen Ihnen aber auch auf, welche Risiken sie in sich birgt.

Was ist eine GmbH?

Die geläufigste Form einer Kapitalgesellschaft bei einer Existenzgründung ist die GmbH, eine „Gesellschaft mit beschränkter Haftung“. Sie bietet sich grundsätzlich für alle Arten von Unternehmen in den unterschiedlichsten, meist mittelständischen Branchen an.

Der Ablauf einer GmbH Gründung

Um eine GmbH zu gründen, genügt ein Gesellschafter, es können aber auch mehrere sein. Das einzubringende Stammkapital der GmbH beträgt insgesamt mindestens € 25.000,00 und auf diesen Betrag ist auch die Firmenhaftung beschränkt. Das heißt, die Gesellschafter haften nicht mit ihrem Privatvermögen.

Im nächsten Schritt konzipieren Sie einen Gesellschaftsvertrag, den ein Notar beurkundet. Nachdem ein Geschäftsführer ernannt und die Stammeinlage auf das Geschäftskonto der Gesellschaft geleistet wurde, meldet der Notar die GmbH Gründung beim Handelsregister des zuständigen Amtsgerichts an. Zunächst reicht übrigens die Einzahlung der Hälfte des Stammkapitals aus, also € 12.500,00. Bis zur vollständigen Leistung des Stammkapitals haftet der Gesellschafter allerdings für die fehlende Differenz mit seinem Privatvermögen. Wenn alles seine Richtigkeit hat, erhalten Sie die Bestätigung über die Eintragung ins Handelsregister bereits nach wenigen Tagen.

Welche Kosten fallen an?

Neben dem zu tätigenden Stammkapital der GmbH kommen folgende Kosten auf Sie zu:

  • Notarkosten,
  • Kosten Handelsregistereintrag,
  • Gerichtskosten,
  • Kosten Gesellschaftsvertrag und Gründungsbeschluss,
  • Kosten Gesellschafterliste,
  • Eventuelle Beraterhonorare,
  • Kopien, Post- und Telekommunikationspauschale.

 

In Zahlen liegen die gesamten Kosten für die Gründung einer GmbH im Durchschnitt bei € 500 bis € 800, je nachdem, ob es einen oder mehrere Gesellschafter gibt.

Verträge und Formulare

Unerlässlich für die Gründung der GmbH ist der Gesellschaftsvertrag. Dieser beinhaltet:

  • den Firmennamen und -sitz;
  • den Unternehmenszweck, um welches Geschäft handelt es sich;
  • die Höhe des Stammkapitals der GmbH und dessen Aufteilung auf die einzelnen Gesellschafter;
  • die Bestimmung des Geschäftsführers;
  • Bestimmungen zur Gesellschafterversammlung, wie wird der Gewinn verwendet, welche Investitionen sind langfristig geplant;
  • Fristen zur Erstellung des Jahresabschlusses.

 

Ebenfalls vorgeschrieben ist die Gesellschafterliste, die Auskunft über die einzelnen Gesellschafter liefert. Sie enthält:

  • den vollständigen Namen des Gesellschafters, Geburtsdatum und Wohnort;
  • die laufenden Nummern und die Höhe (Nennbeträge) der jeweiligen Geschäftsanteile;
  • die Summe der Geschäftsanteile des Gesellschafters.

 

Die Vor- und Nachteile

Die GmbH Gründung birgt neben vielen Vorteilen auch Nachteile. Beide sind im Folgenden aufgelistet:

Vorteile

  • Die Haftung der Gesellschafter bezieht sich alleinig auf das Gesellschaftsvermögen – also besteht keine Gefahr für ihr Privatvermögen.
  • Sie müssen nicht die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, um sich als Gesellschafter zu beteiligen.
  • Sie können ganz allein eine GmbH gründen.
  • Die GmbH genießt ein hohes Ansehen als Gesellschaftsform, da die Bonität durch das hohe Stammkapital sicher erscheint.
  • Sie haben die Möglichkeit, Steuern zu sparen, indem Sie Gewinne nicht ausschütten, sondern diese wieder in die Gesellschaft investieren oder sogenannte stille Reserven bilden, die in der Bilanz nicht ersichtlich sind.
  • Wollen Sie die GmbH veräußern, treten die Gesellschafter ganz unkompliziert ihre Anteile an den Käufer ab.

 

Nachteile

  • Das Stammkapital ist mit € 25.000,00 relativ hoch beziffert und muss erst einmal aufgebracht werden.
  • Die Gründung ist mit Notar- und Amtskosten verbunden.
  • Sie müssen viel Zeit in administrative Aufgaben investieren, denn Sie unterliegen vom Gesetz her der Buchhaltungspflicht und müssen diese gewissenhaft ausführen.
  • Sie sind zur Erstellung einer Jahresbilanz verpflichtet.

 

Fazit

Wenn Sie den organisatorischen und finanziellen Aufwand zur Gründung einer GmbH nicht scheuen, bietet sich diese Unternehmensform aufgrund ihrer klaren Haftungsregelungen, Rechtssicherheit und Transparenz an. Es empfiehlt sich nach der Gründung dennoch eine Firmenrechtsschutzversicherung und eine spezielle Straf-Rechtsschutzversicherung für Unternehmen abzuschließen, um juristisch gut aufgestellt zu sein.

Der eingestellte Blog-Beitrag wurde von unserer Partnerkanzlei TeReBe Rechtsanwalts-AG auf rechtliche Korrektheit überprüft.

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