20.03.2020

Altersteilzeit 2020 – Anspruch und Voraussetzungen

Mit der Altersteilzeit das Berufsleben langsam und vorzeitig ausklingen lassen – das klingt verlockend. Doch nicht alle Arbeitnehmer haben Anspruch auf Altersteilzeit. Welche Voraussetzungen der Gesetzgeber festgelegt hat, welche Altersteilzeit-Modelle es gibt und inwieweit Arbeitnehmer Einbußen bei den Gehaltszahlungen hinnehmen müssen, klärt dieser Artikel.

Altersteilzeit: Was ist das überhaupt?

Die Altersteilzeit dient als Modell zur Arbeitszeitverkürzung vor dem Eintritt in die gesetzliche Altersrente. Dabei geht der Arbeitnehmer für seine verbleibende Arbeitszeit in ein Teilzeitmodell über. Auf diese Weise wird dem Arbeitnehmer gem. § 1 AltTZG ein gleitender Übergang vom Erwerbsleben in die Altersrente ermöglicht, gleichzeitig kann der Arbeitgeber den Arbeitsplatz neu besetzen.

Haben Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch auf Altersteilzeit?

Ein gesetzlicher Anspruch auf Altersteilzeit existiert in Deutschland nicht. Eine Altersteilzeitregelung kann nur auf freiwilliger Basis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu Stande kommen. Sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber müssen der Teilzeit im Alter zustimmen. Allerdings können Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen Arbeitgeber dazu zwingen, ihren Angestellten die Teilzeit zu gewähren. Doch Obacht: Ein Unternehmen muss nicht mehr als 5 % seiner Arbeitnehmer in die Altersteilzeit schicken. Ist dieser Wert erreicht, können entsprechende Anträge abgelehnt werden. Eine zuverlässige Berufsrechtsschutzversicherung hilft Betroffenen im Fall der Fälle, ihren Anspruch auf Altersteilzeit durchzusetzen.

Wichtige Voraussetzungen für Altersteilzeit

Gemäß § 2 Abs. 1 AltTZG unterliegt die Altersteilzeit folgenden Voraussetzungen:

  • Der Arbeitnehmer hat das 55. Lebensjahr zum Zeitpunkt des Beginns der Arbeitsteilzeit vollendet.
  • Der Arbeitnehmer war in den letzten fünf Jahren vor Beginn der Altersteilzeit mindestens 1.080 Kalendertage sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Dazu zählen auch Phasen in Krankengeld, Hartz IV oder Arbeitslosengeld I. Eine Vollzeitbeschäftigung ist dabei nicht erforderlich – auch Tage, die in Teilzeit gearbeitet wurden, werden als volle Tage gezählt.
  • Die Arbeitszeit muss auf die Hälfte der bisherigen Arbeitszeit vermindert werden.
  • Die Altersteilzeit ist vor ihrem Beginn zu vereinbaren und muss sich zwingend auf einen Zeitraum erstrecken, welcher mit dem Beginn der Altersrente endet. Liegt das vereinbarte Ende der Altersteilzeit vor dem Erreichen des Rentenalters, sind die Voraussetzungen des AltTZG nicht erfüllt.

 

Altersteilzeit: Blockmodell vs. Gleichverteilungsmodell

In Deutschland wird zwischen zwei verschiedenen Altersteilzeitmodellen unterschieden: dem Blockmodell und dem Gleichverteilungsmodell. Gemeinsam ist beiden Varianten, dass sowohl die Arbeitszeit als auch die Vergütung über die gesamte Dauer der Altersteilzeit verringert werden.

Altersteilzeitarbeit im Blockmodell

Die erste Hälfte der Altersteilzeit im Blockmodell wird als Arbeitsphase bezeichnet. Der Arbeitnehmer arbeitet Vollzeit, erhält jedoch bereits ein reduziertes Altersteilzeit-Gehalt. In der zweiten Hälfte, der sogenannten Freistellungsphase, wird der Arbeitnehmer von der Arbeit freigestellt und bezieht weiterhin sein Altersteilzeit-Gehalt. Dieses Modell ist vor allem bei Arbeitgebern beliebt, da der Arbeitsplatz des Arbeitnehmers bereits in der Freistellungsphase wiederbesetzt werden kann.

Altersteilzeitarbeit im Gleichverteilungsmodell

Beim Gleichverteilungsmodell wird die Arbeitszeit auf die Hälfte reduziert und über den gesamten Zeitraum der Altersteilzeit verteilt. Arbeitgeber und Arbeitnehmer entscheiden gemeinsam, wie viele Stunden der Arbeitnehmer pro Woche arbeitet. Auf diese Weise profitieren neue Mitarbeiter weiterhin von dem Know-how älterer Kollegen. Gleichzeitig ist der Übergang in die Rente fließend.

Mindest-/Höchstdauer der Altersteilzeit

Die Dauer der Altersteilzeit kann von Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Sinne der Vertragsfreiheit grundsätzlich frei bestimmt werden. In der Praxis hat sich jedoch eine Dauer von mindestens 3 und höchsten 6 Jahren bewährt.

Was bedeutet die Altersteilzeit für die Gehaltszahlung?

Bei der Altersteilzeit werden neben der Arbeitszeit auch die Gehaltszahlungen halbiert. Zudem können, je nach Inhalt des Arbeitsvertrages, Sonderzahlungen, wie beispielsweise Weinachtgeld und Urlaubsgeld, entfallen.

Allerdings muss der Arbeitgeber gemäß § 3 Abs. 1 S. 1a AltTZG das hälftige Gehalt um mindestens 20 Prozent des Regelarbeitsentgelts aufstocken. Als Regelarbeitsentgelt gelten nach § 6 Abs. 1 AltTZG die regelmäßigen monatlichen Zahlungen, nicht jedoch Sonderzahlungen.

Wie wirkt sich Altersteilzeit auf den gesetzlichen Rentenanspruch aus?

Arbeitnehmer verdienen innerhalb der Altersteilzeit weniger. Ein geringeres Einkommen führt zu geringeren Einzahlungen in die Rentenkasse und somit zu einer reduzierten Altersrente. Der § 4 Abs.1 S.2 AltTZG verpflichtet den Arbeitgeber jedoch dazu, mindestens 80 Prozent der bisherigen Rentenbeiträge des Arbeitnehmers auch in der Altersteilzeit zu zahlen. Die Regelung gilt für den gesamten Zeitraum der Altersteilzeit und federt die durch das herabgesetzte Gehalt bedingten Renteneinbußen ab. Zudem gilt: Jahre der Altersteilzeit zählen zu den 45 notwendigen Versicherungsjahren, um im Alter von 63 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen zu können.

Alles was Recht ist

Sabbatical

Kraft tanken, um mit vollem Elan wieder in den Job einsteigen zu können: Von einem Sabbatical träumen viele Arbeitnehmer. Doch unter...

MEHR
Rente mit 63

Ihr Renteneintrittsalter liegt noch ein paar arbeitsreiche Jahre vor Ihnen? Oder haben Sie schon mal über die Rente mit 63 nachgedacht?...

MEHR

Unsere Partnerkanzlei

Der eingestellte Blog-Beitrag wurde von unserer Partnerkanzlei VETO Rechtsanwaltsgesellschaft mbH auf rechtliche Korrektheit überprüft.
 

Weitersagen

Jetzt optimalen Tarif konfigurieren

Selbstbeteiligung 250€
Vertragslaufzeit 3 Jahre
Ich bin und möchte absichern.

Gesamtsumme mtl.-,--Tarif zusammenstellen