16.08.2021

Agenda 2030: Welche Bedeutung hat sie für Unternehmen?

Erderwärmung, Hungersnöte und schwindende natürliche Ressourcen: Unser Planet steht vor großen sozialen und ökologischen Herausforderungen. Im Rahmen der Agenda 2030 haben die 193 UN-Staaten eingewilligt, sich diesen Problemen zu stellen. Doch was genau verbirgt sich hinter der Agenda 2030? Welche Ziele haben Priorität und inwiefern sind Unternehmen in der Pflicht, diese umzusetzen?

Was ist die Agenda 2030?

Am 25. September 2015 verabschiedeten die Vereinten Nationen in New York die sogenannte Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Sie umfasst insgesamt 17 Ziele, die Sustainable Development Goals (SDG). Die Agenda 2030 ist universell gültig. Sie bildet den globalen Rahmen für die Umwelt- und Entwicklungspolitik der nächsten 15 Jahre.

Alle 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen haben sich verpflichtet, folgende 17 Nachhaltigkeitsziele umzusetzen:

SDG Ziele: Der aktuelle Stand in Deutschland

Deutschland hat sich früh zu einer zeitnahen Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele bekannt. 2017 veröffentlichte die Bundesregierung ihren Fahrplan im Rahmen der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie. Die Grundlage, um Maßnahmen anzupassen, ist der Indikatorenbericht des Statistischen Bundesamtes. Dieser wird alle zwei Jahre veröffentlicht. Darüber hinaus legt die Bundesregierung jährlich Rechenschaft über die Umsetzung der SDG Ziele ab.

Aktuell wird die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie aktualisiert. Stakeholder und Öffentlichkeit werden in bundesweiten Dialogkonferenzen und durch Online-Konsultationen in die Entscheidungsfindung eingebunden.

SDGs und Wirtschaft: Die SDG-Bedeutung für Unternehmen

Grundsätzlich sind alle SDG Ziele relevant für Unternehmen. Allerdings sprechen Wirtschaftsexperten vor allem den Zielen eine besondere Bedeutung zu, die die Produktion betreffen.

Ziel 12 (Nachhaltiger Konsum und Produktion) verpflichtet produzierende Unternehmen, verantwortungsvoll mit natürlichen Ressourcen umzugehen. Dazu zählen beispielsweise die Reduzierung von Produktionsabfällen, ein geringerer Plastikverbrauch sowie ein umweltverträglicher Umgang mit Chemikalien.

Auch die Schaffung menschenwürdiger Arbeitsbedingungen (Ziel 8) sowie die Geschlechtergerechtigkeit (Ziel 5) sind relevant für Unternehmen aller Größen und Branchen. Darüber hinaus verpflichten sich Unternehmen aus dem Gesundheitswesen und der Medizintechnik, verstärkt zu einer guten Gesundheitsversorgung beizutragen (Ziel 3).

Ziel 2 (Ernährung) und Ziel 6 (Sauberes Wasser) nehmen Betriebe der Nahrungsmittelproduktion in die Pflicht. Ihre Vorgabe ist es, Wasser effizienter zu nutzen und die natürlichen Ökosysteme sowie die Biodiversität zu erhalten.

Die Agenda 2030 als Chance

Die Agenda 2030 erleichtert Unternehmen die Ausrichtung ihrer Strategie auf die aktuellen Bedürfnisse der Gesellschaft. Alle 17 Nachhaltigkeitsziele zeigen Innovationsfelder auf und bieten Unternehmen die Möglichkeit, neue Märkte zu erschließen.

Unternehmen, die sich glaubwürdig an der Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele beteiligen, steigern zudem ihre Attraktivität als Arbeitgeber. Vor allem für junge Talente ist es von Interesse, ob ein potenzieller Arbeitgeber seiner gesellschaftlichen Verantwortung gerecht wird. Gleichzeitig erhöht eine positive Kommunikation der SDGs die Reputation eines Betriebes. Das überzeugt Mitarbeiter, führt zu einem verbesserten Arbeitsklima und macht die eigene Belegschaft zu Fürsprechern des Unternehmens.

Ziele umsetzen: Agenda 2030 erfordert Kontrollmechanismen

In ihrer derzeitigen Gestaltung stellt die Agenda 2030 eine freiwillige Selbstverpflichtung der UN-Staaten dar. Es fehlt ein rechtlich verbindlicher Rahmen. Ferner besteht keine Möglichkeit, die SDG-Umsetzung in den einzelnen Ländern unabhängig zu überprüfen. Zwar können sich alle Staaten einer freiwilligen Überprüfung stellen, oder beim jährlich stattfindenden Hochrangigen Politischen Forum (HLPF) einen Bericht einreichen, verpflichtend ist dies jedoch nicht.

Mittlere und große Unternehmen fordern, dass der Staat aktiv wird und konkrete Rahmenbedingungen setzt. Das gilt vor allem für die Bereiche „Klimaschutz“ und „Nachhaltige Produktion“. Nach einer Systain-Umfrage erwarten viele Betriebe, dass die Bundesregierung klare Anreize schafft, die die Erfüllung der 17 Nachhaltigkeitsziele durch die Unternehmen fördern.

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