19.03.2018

Unfall mit dem Firmenwagen: Was passiert, wenn’s kracht?

Arbeitnehmern, die beruflich viel unterwegs sind, wird häufig ein Dienstwagen zur Verfügung gestellt. Gerade für Außendienstler ist so ein Fahrzeug im Arbeitsalltag unverzichtbar. Doch darf der Firmenwagen auch für Privatfahrten genutzt werden? Das ist von Fall zu Fall unterschiedlich:

Grundsätzlich empfiehlt es sich, eine schriftliche Nutzungsvereinbarung zu treffen und sich strikt daran zu halten. Wenn der Arbeitgeber darin beispielsweise festlegt, dass das Auto nicht privat genutzt werden darf, schließt das auch die Fahrt zwischen Wohnung und Arbeitsplatz aus. Ist die Privatnutzung dagegen erlaubt, sollten am besten alle Details hierzu festgeschrieben werden: Darf nur der Mitarbeiter selbst am Steuer sitzen oder können auch Dritte, zum Beispiel Ehepartner, damit fahren? Was ist mit Urlaubsreisen ins Ausland? Wer wählt das Fahrzeug aus? Gibt es eine Preisgrenze?

Sobald der Mitarbeiter das Unternehmen verlässt, muss er natürlich auch den Firmenwagen zurückgeben. Die Reparatur von dann festgestellten Schäden, die ohne sein Verschulden entstanden sind, zahlt in diesem Fall der Arbeitgeber. Hat der Mitarbeiter sie dagegen selbst verursacht, kommt er für die Kosten auf. Aber wer haftet eigentlich bei einem Unfall mit einem Dienstfahrzeug? Und was ist bei der KFZ-Versicherung zu beachten?

So ist ein Firmenwagen korrekt versichert

Versicherungsnehmer ist in jedem Fall der Arbeitgeber, ganz unabhängig davon, ob sein Mitarbeiter den Wagen auch privat nutzen darf oder nicht. Deshalb trägt er auch die Kosten, von KFZ-Steuer bis Inspektion und natürlich Versicherung. Gewerbliche KFZ-Versicherungen sollten wasserdicht sein und am besten folgende Elemente enthalten:

  • Teil- bzw. Vollkaskoversicherung
    Wenn das Fahrzeug geleast oder finanziert ist, wird in der Regel die Variante Vollkasko gewählt.
  • Fahrerunfallversicherung
    Sie kommt zum Tragen, wenn der Fahrer einen Unfall verursacht hat und dabei selbst zu Schaden kommt.
  • Verkehrsrechtsschutzversicherung
    Wenn es nach einem Unfall zum Rechtsstreit kommt, ist eine solche Versicherung extrem hilfreich.

 

Gerade für Unternehmen ist es wichtig, genau zu beachten, was alles von der Verkehrsrechtsschutzversicherung abgedeckt ist. Der Versicherungsschutz umfasst verschiedene Leistungsbausteine wie z.B.  Schadenersatz-, Straf- und Ordnungswidrigkeiten-Rechtsschutz. Über diese Bausteine sind Streitigkeiten im Zusammenhang mit Geschwindigkeitsübertretungen oder Verkehrsunfällen abgesichert, solange es sich nicht um Vorsatzdelikte handelt.

Steuertipp: Wenn ein Firmenwagen auch privat gefahren wird, muss der Arbeitnehmer die vom Arbeitgeber gezahlte Versicherungsprämie als „geldwerten Vorteil“ versteuern. Auch die Privatnutzung selbst gilt als geldwerter Vorteil. Hier hat man die Wahl, ob man ein Fahrtenbuch führt und die Steuer auf Basis der privat gefahrenen Kilometer berechnen lässt oder die sogenannte Ein-Prozent-Regelung wählt, bei der pauschal ein Prozent des Neuanschaffungswerts versteuert wird.

Verkehrsunfall: Und dann ist es auf einmal passiert …

Die Wahrscheinlichkeit, in einen Unfall verwickelt zu werden, ist bei Vielfahrern schon rein statistisch höher – auch wenn sie erfahrungsgemäß besonders routiniert sind. Aber kritische Situationen können ja auch von anderen Verkehrsteilnehmern verursacht werden. Und wenn es dann knallt, stellt sich natürlich sofort die Frage: Wer zahlt den Schaden?

Die Antwort hängt von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem davon, wer den Unfall verursacht hat und ob der Fahrer dienstlich oder privat mit dem Firmenwagen unterwegs war:

Versicherung – eventuell mit Selbstbeteiligung?
Grundsätzlich kommt die KFZ-Versicherung des Arbeitgebers für Unfallschäden auf. Bei Unfällen während Privatfahrten kann der Mitarbeiter zu einer Selbstbeteiligung herangezogen werden, falls das so vereinbart wurde.

Leichte, mittlere oder grobe Fahrlässigkeit?
Hat der Fahrer den Unfall allerdings verursacht, kommt es auf den Grad der Fahrlässigkeit an, inwieweit er den entstandenen Schaden selbst zahlen muss: entweder komplett oder teilweise bzw. in Höhe der mit dem Arbeitgeber vereinbarten Selbstbeteiligung. Fahrlässiges Verhalten wäre beispielsweise überhöhte Geschwindigkeit, zu dichtes Auffahren oder – und das gilt als grob fahrlässig – Alkohol am Steuer.

Und was ist mit dem Beifahrer?
Kommt ein ebenfalls im Unternehmen beschäftigter Beifahrer zu Schaden und es handelt sich um eine Dienstfahrt, so gilt das Ganze als Arbeitsunfall und die zuständige Berufsgenossenschaft zahlt – ganz egal, wer den Unfall verursacht hat. Wird beim Unfall beispielsweise ein privates Notebook des Beifahrers beschädigt, kommt die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers zum Tragen.

Übrigens: Zum entstandenen Schaden gehören nicht nur die Reparaturkosten, sondern eventuell auch Verdienstausfall oder Schmerzensgeld des Fahrers bzw. Beifahrers sowie des Unfallgegners!

Rechtsschutztipp

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Der eingestellte Blog-Beitrag wurde von unserer Partnerkanzlei TeReBe Rechtsanwalts-AG auf rechtliche Korrektheit überprüft.

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