14.02.2018

Die Steuererklärung: Was sind Werbungskosten?

Jedes Jahr aufs Neue steht die Steuererklärung an und damit tauchen ganz viele Fragen auf: Was genau darf eigentlich abgesetzt werden? Was kann man noch tun, um etwas Geld vom Finanzamt zurückzubekommen? Was sind Werbungskosten genau?

Manchmal fällt einem beim Sortieren der Belege fürs Finanzamt dann noch auf, dass im vergangenen Jahr doch einige Sonderausgaben entstanden sind – der Umzug in eine neue Stadt in der Nähe des neuen Jobs, vielleicht die Einrichtung eines Homeoffice-Arbeitsplatzes oder die Dienstreise in die Hauptstadt, die noch mit einem kleinen Sightseeing-Ausflug verknüpft wurde. Unter Umständen sind das alles Ausgaben, die von der Steuer abgesetzt werden können:

Werbungskosten – was gehört dazu?

Generell können Arbeitnehmer hier bequem einen Pauschalbetrag in Höhe von 1.000 Euro geltend machen. Doch in vielen Fällen lohnt es sich, Belege wie Rechnungen für Computerteile, Portoquittungen, Schriftwechsel bei Bewerbungen oder Fortbildungs-Teilnahmebestätigungen zu sammeln – so kommen dann schnell mehr als 1.000 Euro zusammen. Denn zu den Werbungskosten zählen viele Einzelposten:

Die Pendlerpauschale
Ein Arbeitsweg besteht aus einer Hin- und einer Rückfahrt. Steuerlich geltend gemacht werden kann aber nur die einfache Fahrt – hier ist jeder Kilometer 30 Cent wert. Bei einem 10 km langen einfachen Weg zur Arbeit können also 3 Euro pro Tag abgesetzt werden, und das bei Vollzeitbeschäftigten für 230 Arbeitstage im Jahr.

Das Arbeitszimmer
In immer mehr Unternehmen können Arbeiten auch im Homeoffice erledigt werden. Angestellte, die regelmäßig oder sogar immer von zu Hause arbeiten, können daher die Kosten wie Strom, Heizung, Versicherung oder die Reinigung von der Steuer absetzen. Wer nur gelegentlich den heimischen Arbeitsplatz nutzt, kann diese Kosten leider nicht geltend machen.

Die Umzugskosten
Bei einem beruflich begründeten Wohnungswechsel können alle Kosten als Werbungskosten abgesetzt werden, die mit dem Umzug zu tun haben – also zum Beispiel die Rechnungen des Maklers, der Spedition und für die Renovierung. Absetzbar sind sogar die Kosten, die entstehen, wenn zeitweise doppelte Mietzahlungen fällig werden, weil die alte Wohnung eine lange Kündigungsfrist hat.

Die Arbeitsmittel
Bücher, Computer, Drucker, Smartphones, Software oder auch Arbeitskleidung, die Angestellte für ihren Beruf anschaffen, können von der Steuer abgesetzt werden. Wenn diese Gegenstände aber teilweise auch privat genutzt werden wie zum Beispiel ein Handy, sind die Kosten natürlich auch nur anteilig abzugsfähig.

Die Dienstreisen
Normalerweise kommt ein Arbeitgeber für die Bezahlung der Dienstreise voll auf – wenn nicht, können Arbeitnehmer die Kosten für An- und Abreise, das Hotel und auch die Verpflegung steuerlich geltend machen. Dazu gehören selbst kleinere Ausgaben wie das Parkticket oder die Kosten für den Gepäcktransport.

Die Bewerbungskosten
Arbeitnehmer, die einen neuen Job suchen, können die hieraus entstehenden Kosten von der Steuer absetzen. Das geht einzeln mit Quittungen und Belegen für Papier, Mappen und Porto oder auch als Pauschale – für eine digitale Bewerbung werden 2,50 Euro angesetzt, für eine klassische Bewerbung 8,50 Euro.

Die Versicherungen und der Steuerberater
Steuerberaterkosten gelten als Werbungskosten, wenn sie im Zusammenhang mit dem Job des Angestellten stehen – hier können also anteilig Kosten abgesetzt werden. Gleiches gilt für eine Rechtsschutzversicherung: Diese muss auch das Arbeitsrecht abdecken, um anteilig abgesetzt werden zu können. Steuerberater und Versicherungen geben über die Anteile gerne Auskunft.

Gut beraten sind also diejenigen, die genau aufpassen und das gesamte Jahr über konsequent Belege sammeln. Denn hier können sich echte Sparpotenziale ergeben!

Finanzamt erkennt Werbungskosten teilweise nicht an – was nun?

Sollte das Finanzamt die Steuererklärung in Sachen Werbungskosten nicht oder nur teilweise akzeptieren, gibt es zwei Vorgehensweisen:

  • Der Antrag auf Änderung des Steuerbescheids – dieser Antrag, der formlos via Telefon oder E-Mail möglich ist, empfiehlt sich, wenn es nur um eine kleine Änderung im Steuerbescheid geht. Das Finanzamt überprüft dann nur diesen einen Sachverhalt, um den es geht.
  • Der Einspruch gegen den Steuerbescheid – nach einem Einspruch überprüft das Finanzamt den kompletten Steuerbescheid. Normalerweise sind etwa zwei Drittel der Einsprüche erfolgreich, doch im schlimmsten Fall kann sich der Steuerbescheid dann sogar zuungunsten des Arbeitnehmers verändern.

 

Wichtig: Für beide Vorgehensweisen gilt eine Frist von einem Monat, in der man als Steuerzahler tätig werden muss, um dem Steuerbescheid zu widersprechen. Wenn das Finanzamt den Einspruch ablehnt, kann der Steuerzahler Klage erheben – wenn die Rechtsschutzversicherung dieses Vorgehen abdeckt, entstehen keine Kosten außer der vertraglich vereinbarten Selbstbeteiligung.

Der eingestellte Blog-Beitrag wurde von unserer Partnerkanzlei TeReBe Rechtsanwalts-AG auf rechtliche Korrektheit überprüft.

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