Zwangsversteigerung: Wie Sie den Verlust des Eigenheims verhindern

Finanzielle Engpässe, die schlimmstenfalls zur Zwangsversteigerung der Immobilie führen können, haben oft dramatische Gründe. Arbeitsplatzverlust, Tod oder schwere Erkrankung des Hauptverdieners sind die häufigsten. Aber auch Scheidung oder das Anhäufen von Krediten können das Abrutschen in die Schuldenfalle bewirken.

Wer seine Bankschulden nicht mehr bedienen kann, sollte so früh wie möglich handeln. Als erstes ist der Kreditgeber zu kontaktieren, bevor dieser das Darlehen kündigt. In vielen Fällen lässt sich eine Einigung erzielen, die für den Immobilienbesitzer günstiger ausfällt. Da Eigentümer bei Zwangsversteigerungen ihre Immobilien deutlich unter Wert verlieren, ist auch der Gläubiger bemüht, diesen Verlauf abzuwenden.

Ein möglicher Kompromiss könnte so aussehen, dass für einen bestimmten Zeitraum nur die fixen Zinsraten abbezahlt werden. Die Tilgungsraten könnten vorübergehend verringert oder ausgesetzt werden. In Ausnahmefällen könnte die Bank die Raten auch befristet stunden. Aussichtsreich ist das aber nur für denjenigen, der nachweisen kann, dass seine Geldknappheit vorübergehend ist.

Selbst wenn sich die Geldsituation dauerhaft verschlechtert, lassen sich noch Lösungen finden, um den Immobilienverlust zu vermeiden. Ein mögliches Szenario ist eine Umschuldung. Wenn die Zinsbindungsfrist von Darlehen ausläuft, können an deren Stelle neue Kredite mit günstigeren Zinsen treten – ein Deal, auf den sich eine Bank aus Interesse an Schadensbegrenzung einlassen kann.

Zwangsversteigerung verhindern mit Rechts- und Finanzexperten

Ist das Zwangsversteigerungsverfahren bereits angekündigt ist, so gilt auch hier ein 14-tägiges Widerspruchsrecht. Betroffene haben die Möglichkeit, einen Antrag zur einstweiligen Einstellung des Verfahrens zu stellen, um später eventuell den Stopp des Verfahrens zu beantragen. Vor Gericht kann die einstweilige Einstellung erwirkt werden, sobald der Antragsteller nachweist, dass die ausstehenden Verpflichtungen binnen sechs Monaten beglichen werden können. Oder, wenn mit dem Immobilienverlust eine sittenwidrige Härte mit Gefahr für Leib und Leben verbunden ist. Auch ein Formfehler kann ausreichen, um eine drohende Zwangsversteigerung abzuwenden.

Beim Versuch, die Immobilie dauerhaft zu retten, sollte ein erfahrener Anwalt beraten. Hier rentiert sich eine gute Rechtschutzversicherung. Wer jedoch bereits in der Privatinsolvenz steckt, muss die Anwaltskosten selbst tragen oder kann einen Beratungshilfeschein beantragen, mit dem Schuldner nur 15 Euro für eine Anwaltsberatung zahlen. Es gibt Rechtsanwälte, die sich auf das Thema „Zwangsversteigerung verhindern“ spezialisiert haben und teilweise auf Erfolgsbasis arbeiten.

In diesem Geschäftsfeld bieten auch ganze Teams aus Juristen, Finanzanalysten und Investoren eine Rettungsfinanzierung gegen Rendite an. Minimieren der Verbindlichkeiten durch Vergleiche und Zusammenfassungen gehört zu den probatesten Methoden, um bei drohender Zwangsversteigerung Eigentumswohnung oder Eigenheim zu retten.

Zwangsversteigerung verhindern durch Vermietung oder Verkauf

Manchmal hilft nur noch der Hausverkauf unter eigener Regie, um der drohenden Zwangsversteigerung zuvorzukommen. Der Vorteil liegt hier im höheren Kaufpreis, den der Eigentümer vermutlich noch erzielen kann.

Bevor aber das Haus zum Kauf steht, sollte alles getan werden, um den Eigentumsverlust abzuwenden. Dazu zählt neben den oben genannten Optionen der Gang zur Schuldenberatung. Können Lebenshaltungskosten reduziert werden – zum Beispiel durch den Verkauf von Schmuck oder des PKWs? Vielleicht ist die Vermietung der Immobilie eine gewinnbringende Option? Könnte auch eine Untervermietung in Frage kommen, um akute Finanzlücken zu überbrücken?

Ein anderes Modell, um Ihr Zuhause vor der Zwangsversteigerung zu bewahren, praktiziert die Aktion Neuanfang. Das Unternehmen verhandelt mit Gläubigern und Kapitalgebern um Vergleiche und Umschuldungen. Die Immobilie wird an einen Investor mit vertraglich geregelter Rückkaufoption verkauft, wobei der bisherige Eigentümer darin zur Miete wohnen bleiben kann. Nach einer festgelegten finanziellen Sanierungsphase mit Aufbau der SCHUFA, kann das Haus zum vorab vereinbarten Preis wieder erworben werden.