05.12.2019

Versicherungen für Berufsanfänger: Ab wann muss man sich selbst versichern?

Versicherungen für Berufsanfänger: Ab wann muss man sich selbst versichern? Auszubildende und Studierende, die nicht älter als 25 Jahre alt sind und die Mindesteinkommensgrenze von 365 Euro pro Monat (bzw. 450 Euro auf Minijob-Basis) nicht überschreiten, sind gem. § 10 Abs. 2 SGB V familienversichert. Erst mit dem 25. Geburtstag oder dem Ende der Ausbildung bzw. des Studiums sind die Voraussetzungen für eine Familienversicherung nicht mehr gegeben.

Gesetzlich vorgeschriebene Versicherungen für Berufseinsteiger

In Deutschland existieren drei Policen, welche für einige Berufe gesetzlich vorgeschrieben sind. Dazu zählen:

1. Die Kranken- und Pflegeversicherung

Gem. § 5 SGB V müssen alle Arbeitnehmer, deren Arbeitsentgelt aus der aktuellen Beschäftigung mehr als 450 Euro pro Monat beträgt, krankenversichert sein. Wer als Arbeitnehmer versicherungspflichtig wird, muss sich innerhalb von zwei Wochen für eine Krankenkasse entscheiden. Nach Ablauf dieser Frist kann der Arbeitgeber den Versicherungspflichtigen bei einer Krankenkasse seiner Wahl anmelden. Auch bei der Pflegeversicherung handelt es sich um eine Pflichtversicherung. Sie wird im Rahmen der Krankenkasse automatisch mit abgeschlossen und ist mit zusätzlichen Kosten verbunden. Hinweis: Für angehende Beamte lohnt sich in der Regel immer der Beitritt zu einer privaten Krankenversicherung. Denn: Im Falle einer Krankheit trägt der Dienstherr einen Großteil der Krankheitskosten über die Beihilfe, so dass Berufsanfänger ohne nennenswerte Zusatzkosten von den Vorteilen einer privaten Krankenversicherung profitieren.

2. Die Diensthaftpflicht-Versicherung

Beamte und Beamtinnen sowie Angestellte des öffentlichen Dienstes sind verpflichtet, eine Diensthaftpflicht-Versicherung abzuschließen. Diese übernimmt Schäden, die im Zuge der Ausübung des Amtes vom Versicherungsnehmer verursacht werden und sichert Angestellte des Staates gegen hohe Schadensersatzforderungen ab.

3. Die Kfz-Haftpflicht-Versicherung

Berufsanfänger, die im Rahmen ihres Einstiegs in das Berufsleben ein Kraftfahrzeug erwerben, müssen für dieses eine Kfz-Haftpflichtversicherung abschließen. Die Pflicht zur Kfz-Versicherung ist im § 1 Pflichtversicherungsgesetz i.V.m. § 4 PflVG geregelt.

Jobstart: notwendige Versicherungen für Berufsanfänger

Neben den gesetzlich vorgeschriebenen Versicherungen gibt es weitere Versicherungen, die für Berufseinsteiger notwendig, jedoch nicht verpflichtend sind. Dazu zählt beispielsweise die private Haftpflichtversicherung. Sie greift bei Schäden, die der Versicherungsnehmer Dritten ohne Vorsatz zufügt. Dies können Personenschäden, Sachschäden oder Vermögensschäden sein.

Sollte es zu einer Berufsunfähigkeit kommen, haben Berufsanfänger aufgrund ihrer kurzen Arbeitstätigkeit in der Regel keinen Anspruch auf die Zahlung einer gesetzlichen Rente – dieser besteht erst nach fünf Beitragsjahren. Berufsanfänger, die aufgrund von Krankheit oder eines Unfalls nicht mehr in ihrem Beruf arbeiten können, profitieren von der Leistung einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Mit dieser Police versichern Berufseinsteiger ihre Arbeitskraft in ihrer aktuell ausgeübten Tätigkeit. Im Falle einer Berufsunfähigkeit zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung eine vertraglich vereinbarte Rente, die als zusätzliche Einnahme zur staatlichen Erwerbsminderungsrente dient.

Einstieg in das Berufsleben: Empfehlungen und Tipps zu Versicherungen

1. So viel wie nötig, so wenig wie möglich

Berufsanfänger sollten sich grundsätzlich gegen potenziell existenzbedrohende Gefahren absichern. Nur, wer nach den grundlegenden Versicherungen noch Geld übrig hat, sollte sich Gedanken über mögliche Zusatzversicherungen machen. So zahlt eine Hausratsversicherung für Schäden am Hausrat (z. B. Einrichtung, Kleidung und Elektrogeräte), eine Tierhalterhaftpflicht zahlt entstandene Schäden durch Kleintiere und eine Privat-Rechtsschutzversicherung steht Berufseinsteigern im Falle eines Rechtsstreits zur Seite. Derartige Policen sind eine sinnvolle Ergänzung, welche eine optionale Absicherung vor finanziellen Risiken des Alltags darstellen.

2. Drum prüfe, wer sich (ewig) bindet

Es ist empfehlenswert, vor der Vertragsunterschrift gründlich zu vergleichen. Versicherungen unterscheiden sich nicht nur in ihren Preisen, sondern vor allem durch ihre Versicherungsbedingungen, Deckungssummen und Ausnahmeklauseln.

3. Verantwortung erkennen und absichern

Selbst wenn man kerngesund ist und einen wenig riskanten Schreibtischjob ausübt, sollte man schon zu Beginn des Berufslebens seine Arbeitskraft absichern. Insbesondere jedoch sobald sich die berufliche oder private Situation verändert, sollten Berufseinsteiger über entsprechende Zusatzversicherungen nachdenken. Vor allem dann, wenn für mehr Menschen als nur für sich selbst Verantwortung übernommen wird, schützen zusätzliche Policen, wie beispielsweise eine Risikolebensversicherung oder eine Wohngebäudeversicherung, Berufsanfänger sowie ihre Angehörigen vor schwerwiegenden finanziellen Belastungen.

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