Richtig abgesichert gegen einen Unwetterschaden

Sturzregen, tornadoartige Windstärken oder heftige Gewitter – ein Unwetter kann viele Gesichter haben und mindestens genauso viele Schäden anrichten. Bei einem Unwetter ist es daher nur gut, sich selbst und sein Eigentum zu schützen. Doch, ob ein Sturm die Dachziegel hochreißt und der eindringende Regen die Wohnräume flutet, ein Auto von herabstürzenden Ästen verbeult oder ein umstürzender Baum im Nachbarshaus einen Total-Schaden anrichtet: hier kommen unterschiedliche Versicherungen zum Einsatz. Wir erklären, welche Versicherung sinnvoll ist und wer wann bei welchem Schaden haftet.

Wohngebäudeversicherung – bester Schutz für das Zuhause

Vor einem Unwetterschaden kann man sein Heim nicht schützen. Sehr wohl aber vor den Folgen einer solchen Katastrophe. Wenn ein starker Sturm das Dach abdeckt oder einen Baum auf das Haus stürzen lässt, dann kommt dafür die Wohngebäudeversicherung auf. Auch ein Blitzeinschlag oder durch Hagel verursachte Schadensfälle am Gebäude werden durch diese Versicherung abgedeckt. Allerdings muss der Sturm mit mindestens Windstärke 8 gewütet haben, damit diese Fälle von der Gebäudeversicherung anerkannt werden. Darin sind dann auch die durch eindringendes Regenwasser im Inneren des Gebäudes verursachten Schäden eingeschlossen.

Wichtig: Der Schutz dieser Versicherung gilt sogar über die unmittelbare Dauer des Sturms hinaus. Stürzt ein Baum, der aufgrund des Windes seine Standfestigkeit verloren hat, erst einige Tage später auf das Dach des versicherten Gebäudes, zahlt die Wohngebäudeversicherung auch diesen Schaden. Etwaige Streitigkeiten mit der Versicherung sind durch die Eintrittspflicht abgesichert. Muss sie zahlen, muss sie also auch für die Gerichtskosten des Versicherungsnehmers aufkommen. Befindet sich das Zuhause allerdings noch im Werden, also in der Bauphase, kommt die Bauleistungsversicherung für unwetterbedingte Schäden am Rohbau auf.

Eigentum schützen – auch als Mieter

Die Hausratversicherung ist nicht nur für den Eigentümer, sondern auch für den Mieter wichtig, denn sie kommt für Unwetterschäden auf, die an beweglichen Gütern in der Wohnung oder im Keller verursacht worden sind. Möbel, Teppiche, technische Geräte und Kleidung beispielswiese zählen dazu. Nicht abgesichert sind bei den meisten Policen dagegen Gegenstände, die im Freien gestanden haben. Zum Beispiel Gartenmöbel auf dem Balkon oder der Grill auf der Terrasse. Verursacht dagegen ein Blitz eine Überspannung im Stromnetz und werden dadurch elektrische Geräte wie der Fernseher beschädigt, ist dies nicht in allen Policen mitversichert.

Auf gute Nachbarschaft – auch nach einem Unwetter

Gute Nachbarschaft ist ein kostbares Gut. Ein Unwetter kann aber auch das beste Verhältnis arg belasten. Eine entsprechende Versicherung kann auch hier möglichem Unfrieden nach einem Sturm vorbeugen. Stürzt beispielsweise im Zuge eines Unwetters ein Baum aus dem heimischen Garten beim Nachbarn auf das Haus oder das Auto, kommt die private Haftpflichtversicherung dafür auf. Das gilt auch für Beschädigungen, die durch Dinge, die bei Sturm vom Balkon gerissen wurden, verursacht werden. Trifft der Blumenkasten oder der Sonnenschirm den Nachbarn oder sein Eigentum, greift ebenfalls die Haftpflichtversicherung.

Vollkaskoversicherung – der Rundumschutz für den Pkw?

Das Auto ist für manchen Besitzer ein Heiligtum. Es wird gewaschen, gesaugt, poliert und regelmäßig gewartet. Doch vor einem Unwetter kann einen auch die sorgfältigste Pflege nicht bewahren. Der optimale Schutz ist hier die Vollkaskoversicherung. Sie sichert das Auto bei Sturmschäden durch herabstürzende Äste oder umherfliegende Gegenstände ab. Ebenso kommt sie zum Tragen, wenn der Versicherte beispielsweise gegen einen durch den Sturm umgestürzten Baum fährt.

Wurde eine Teilkaskoversicherung abgeschlossen, kommt auch diese in einigen Fällen für Unwetterschäden auf. Allerdings ist dies von der Wetterlage abhängig. Sie zahlt für Schäden erst ab Windstärke 8.

Was ist ein Elementarschaden-Versicherung?

Zusätzlich zur Hausrat- und Wohngebäudeversicherung, gibt es auch eine Elementarschaden-Versicherung. Diese greift, wenn ein Schaden durch sogenanntes Oberflächenwasser am Gebäude oder Inventar entsteht. Als Oberflächenwasser bezeichnet man Regenwasser oder Bäche und Flüsse, die über die Ufer treten, was nach einer Unwetterkatastrophe der Fall sein kann. Sie deckt außerdem Beschädigungen durch Schmutzwasser aus der Kanalisation und Schäden durch Erdrutsche oder Erdbeben ab.

Beweise: So dokumentieren Sie einen Schaden richtig

Unabhängig von der Art der Versicherung ist eine möglichst rasche und umfassende Schadensdokumentation ratsam. Fotos sind von den beschädigten Gegenständen oder Hausteilen und auch von dem Auslöser wie einem Baum oder Dingen, die umhergeflogen sind und so den Schaden verursacht haben, zu machen. Die Schäden sollten möglichst genau protokolliert werden. Belege und Quittungen, um den Wert zu ermitteln, sind dieser Dokumentation beizufügen. Wichtig ist außerdem, die zuständigen Versicherungen umgehend zu informieren.