11.03.2019

Tierhaltung in Mietwohnungen – Was ist erlaubt?

Darf der Familienhund mit in die neue Wohnung ziehen? Laut dem Deutschen Tierschutzbund e.V. gibt es im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) keine Regelungen für die Haltung von Haustieren in Mietwohnungen. Bestimmungen im Mietvertrag werden individuell festgehalten, sodass die Tierhaltung in Mietwohnungen vom jeweiligen Vermieter abhängt. In diesem Zusammenhang kommt es nicht selten zu Verboten durch den Vermieter, die nicht rechtswirksam sind, weshalb die Haustierhaltung in einer gemieteten Wohnung schon oft zum Bestandteil verschiedener BGH-Urteile wurde.

Wie beispielsweise im Jahr 2013 als der Bundesgerichtshof in einem Urteil offiziell entschied, dass Klauseln in Mietverträgen mit einem pauschalen Verbot der Haltung von Hunden und Katzen grundsätzlich nicht gültig sind. Dadurch hat sich bei Mietern und Haustierbesitzern eine gewisse Unsicherheit zur Haltung von Haustieren in Mietwohnungen eingestellt. Die Fragen, was heutzutage in puncto Tierhaltung erlaubt ist und wann die Zustimmung des Vermieters eingeholt werden muss, beantwortet dieser Beitrag.

Kleine Haustiere für die Wohnung: Welche Arten und wie viele Tiere darf man in einer Wohnung halten?

Allgemein sind kleine Haustiere für die Wohnung erlaubt. Damit sind Tierarten gemeint, deren Haltung störungs-, verletzungs- und belästigungsfrei für Dritte ist. Sowohl Kleinvögel, Zierfische und Schildkröten als auch Hamster und Zwergkaninchen zählen in diese Kategorie. Nicht zur Kleintierhaltung-Mietwohnung-Regelung gehören Yorkshire-Terrier wie der Bundesgerichtshof entschied. Trotz ihrer sehr kleinen Größe zählen sie nicht zu den Kleintieren. Ungefährliche Tierarten, die in einem Terrarium leben, sind ebenfalls als Kleintiere in Mietwohnungen erlaubt.

Jedoch sollte die Haltung von kleinen Tieren in der Wohnung das übliche Maß nicht überschreiten. Die Mietwohnung ist weder für die Zucht noch als Auffangstation geeignet. Haustierbesitzer, die zu viele Kleintiere halten und Geruchs- sowie Hygiene-Belästigungen auslösen, verletzten Inhalte und Hauptpflichten des Mietvertrages. Dadurch kommt es zu einem Vertragsbruch mit dem Vermieter.

Tiere in Mietwohnungen: Rechtliche Lage oft unklar bei Hunden und Katzen

Grundsätzlich ist ein Verbot bezüglich der Haltung von Hunden und Katzen im Mietvertrag ungültig. Erlaubt ist jedoch, dass die Mieter eine Zustimmung des Haus- oder Wohnungseigentümers benötigen, um Hunde und Katzen zu halten. Diese Entscheidung ist nicht willkürlich, sondern sollte von den Interessen des Vermieters, der Mieter sowie anderer, beteiligter Personen wie Nachbarn abhängen. Daher ist die Frage „Sind Hunde in Mietwohnungen erlaubt?“ nicht eindeutig mit einem „Ja“ zu beantworten. Zurückzuführen ist die Vermieter-Erlaubnis auf die Tatsache, dass größere Tiere für andere Personen störend sein könnten.

Sowohl Bellen als auch Gejaule sowie mögliche Verschmutzungen oder Zerstörungen durch die Tiere sind leider keine Seltenheit. Deshalb ist die rechtliche Lage in Bezug auf Tierhaltung in Mietwohnungen bei Hunden und Katzen oft unklar. Die finale Entscheidung ist vom Vermieter abhängig, der natürlich in seinem eigenen Interesse handelt. Er müsste bei Verletzung der Interessen anderer Mietparteien nämlich für Mietminderung sorgen, wenn die Tierhaltung den Frieden der Hausgemeinschaft gefährdet oder die Lebensqualität der anderen Mieter durch Bellen oder Verschmutzungen einschränkt.

Wie liegt der Fall, wenn ein Hund in der Mietwohnung zu Besuch ist?

Generell ist es erlaubt, Besuch mit Haustieren in Mietwohnungen zu empfangen. Vorausgesetzt, dass der Hund oder die Katze auch nur solange vor Ort bleibt wie der Besitzer. Anders sieht es allerdings aus, wenn ein Haustier für die Dauer eines Urlaubs vorübergehend in der Mietwohnung bleiben soll. Das entspricht nicht der vertragsmäßigen Mietnutzung und bedarf der Abklärung mit dem Vermieter.

Die Hundehaltung in der Mietwohnung trotz Verbot oder ohne die entsprechende Erlaubnis des Vermieters führen dazu, dass der Vermieter die Entfernung des Tieres verlangen kann. Eine fristlose Kündigung ist nicht möglich, allerdings darf der Vermieter bei Nichtentfernung des Haustieres aufgrund von vertragswidrigem Gebrauch kündigen.

Kampfhunde und Reptilien für die Wohnung

Kampfhunde sind nicht mit den anderen Hunderassen vergleichbar. Vermieter oder Eigentümer sind daher in solchen Fällen dazu befähigt, die Haltung in der Wohnung zu untersagen. Rechtlich ist dieses besondere Verbot im Bereich der Tierhaltung in Mietwohnungen zulässig. Mieter, die Reptilien für die Wohnung anschaffen möchten, müssen die Mindestanforderungen an die Haltung der Tierarten beachten und bei giftigen Exemplaren ebenfalls eine Erlaubnis vom Vermieter einholen.

Der eingestellte Blog-Beitrag wurde von unserer Partnerkanzlei TeReBe Rechtsanwalts-AG auf rechtliche Korrektheit überprüft.

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