17.09.2018

Steuererklärung für Rentner – das Wichtigste im Überblick

Wer sein ganzes Leben lang gearbeitet hat, will als Rentner seinen wohlverdienten Ruhestand genießen. Doch wie sieht es mit der Einkommensteuererklärung aus? Unterliegen Rentner überhaupt der Steuerpflicht und sind sie weiterhin verpflichtet, eine aufwendige Steuererklärung beim Finanzamt einzureichen? Wenn ja, welche Kosten und Aufwendungen können Ruheständler überhaupt absetzen?

Ab wann unterliegt die Rente der Steuerpflicht?

Grundsätzlich unterliegt jeder Rentner der Steuerpflicht und somit auch der Abgabe einer Steuererklärung, dessen gesamte Rente den jährlichen Grundfreibetrag von aktuell 9.000 Euro, das sogenannte steuerfreie Grundeinkommen, übersteigt.

Wer mit seinen Renteneinkünften darüber liegt, muss sie nach einem progressiven Steuersatz versteuern – in welchem Maße, hängt von verschiedenen Faktoren ab, vor allem aber davon, zu welchem Zeitpunkt jemand in den Ruhestand gegangen ist. Das Alterseinkünftegesetz, das seit 1. Januar 2005 in Kraft getreten ist, regelt die sogenannte nachgelagerte Besteuerung der Renten (umgangssprachlich: Rentensteuer) aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Es definiert, wie viel der Rente tatsächlich versteuern werden muss.

Höhe des Steuersatzes für die Rente im Überblick

Der eingestellte Blog-Beitrag wurde von unserer Partnerkanzlei TeReBe Rechtsanwalts-AG auf rechtliche Korrektheit überprüft.

Jahr des Renteneintritts

  • 2005 und davor                               
  • 2006
  • 2007
  • 2010                                         
  • 2015                   
  • 2018
  • 2020

Besteuerungsanteil

  • 50 %
  • 52 %
  • 54 %
  • 60 %
  • 70 %
  • 76 %
  • 80 %

Trübe Aussichten: Ab 2040 muss jeder Rentner seine Rente zu 100 Prozent versteuern und der jeweils festgesetzte Besteuerungsanteil bleibt jedes Jahr gleich.

Abgabe der Steuererklärung

Die Steuererklärung ist also für die allermeisten Rentner leider unumgänglich. Bedacht werden muss außerdem, dass steuerpflichtige Rentner einer Bringpflicht unterliegen. Es gilt nicht abzuwarten, bis die Aufforderung vom Finanzamt kommt, sondern fristgerecht abzuliefern, sonst können vermeidbare Säumniszuschläge entstehen oder sogar ein Zwangsgeld festgesetzt werden.

Rentner müssen ihre Steuererklärung für z. B. 2017 bis spätestens 31. Juli 2018 einreichen (in einzelnen Bundeländern 31. Dezember 2018, sofern die Abgabe auf elektronischem Wege erfolgt). Sie können allerdings einen Antrag auf Verlängerung stellen. Sollte die Hilfe eines Steuerberaters oder Lohnsteuerhilfevereins in Anspruch genommen werden, verschiebt sich die Frist automatisch auf den 31. Dezember 2018.

Auch, wenn die jährliche Rente den Grundfreibetrag von derzeit 9.000 Euro nicht übersteigt, kann das Finanzamt dazu auffordern, eine Steuererklärung abzugeben. Sollte über mehrere Jahre festgestellt werden, dass keine Steuern anfallen, ist es möglich, eine Nicht-Veranlagung zu beantragen.

Was verringert die Steuerlast?

Durch die Ausnutzung diverser Steuervorteile lässt sich der zu besteuernde Anteil der Rente allerdings noch senken.

Für Rentner absetzbar sind:

  • Sonderausgaben wie Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, die private Haftpflicht- und Unfallversicherung, getätigte Spenden und ein Teil der Kirchensteuer.
  • Außergewöhnliche Belastungen wie Arzt- und Medikamentenrechnungen und sonstige Kosten, die bei Krankheit anfallen und die nicht von der Krankenkasse übernommen werden. Außerdem Pflegeheimkosten und die Kosten für die Beerdigung eines nahen Angehörigen.
  • Werbungskosten wie Beiträge für die Gewerkschaft, das Honorar für einen Steuer- bzw. Rentenberater oder eines Lohnsteuerhilfevereins, Rechtsberatungs- bzw. Prozesskosten bei Klärung von Ansprüchen mit der deutschen Rentenversicherung.
  • der Behinderten-Pauschbetrag – die Höhe richtet sich nach dem Grad der Behinderung.
  • der Altersentlastungsbetrag. Dies ist ein Steuerfreibetrag, der allen Steuerpflichtigen gewährt wird, die das 64. Lebensjahr vollendet haben. Die Höhe richtet sich nach dem Geburtsjahr und liegt aktuell bei maximal 1.900 Euro. Für zukünftige Ruheständler, die nach dem 1. Januar 1975 geboren sind, entfällt der Altersentlastungsbetrag.
  • „Haushaltsnahe Dienstleistungen“ – ein Teil von Handwerkerleistungen, wenn diese für den eigenen Haushalt anfallen und auch die Haushaltshilfe.

 

Wo gibt es Hilfe?

All diese Informationen und Anforderungen mögen Rentner auf den ersten Blick überfordern, doch müssen sie die Steuererklärung nicht ganz alleine aufsetzen. Ein Lohnsteuerhilfeverein oder ein Steuerberater steht tatkräftig zur Seite und kann auch den einen oder anderen Ratschlag in Bezug auf die Steuerlast geben.

Auch gibt es Hilfe von der deutschen Rentenversicherung. Diese stellt, wenn gewünscht, kostenlos Bescheinigungen aus, die die Jahresbruttorente nebst Beiträgen zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung und andere relevante Beträge ausweist. Es wird sogar darauf verwiesen, wo die einzelnen Zahlen in den Vordruck der Steuererklärung eintragen werden müssen. Außerdem sind Berater des zuständigen Finanzamts gerne bereit, bei eventuellen Fragen zu helfen.

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