24.12.2018

Urlaubsreif – Rente im Ausland

Klare Antwort: Ja. Es gibt keine Vorschriften, wo jemand leben muss – auch nicht im Ruhestand. Aktuell beziehen rund 230.000 Deutsche ihre Rente im Ausland, besonders beliebt für den wohlverdienten Lebensabend sind die Schweiz, USA, Österreich, Spanien und Frankreich.

Die Rente wird ins Ausland überwiesen. Wer in die deutsche Rentenversicherung eingezahlt hat, kann sich sein Geld in 150 Länder überweisen lassen. Den Antrag dafür stellt der Anwärter bei der Deutschen Rentenversicherung. Je eher, desto besser. Mindestens jedoch vier Monate vor dem Umzug, damit das Geld rechtzeitig am neuen Wohnort eingeht.

Allerdings hängt von der Dauer des Aufenthalts, vom ausgewählten Land, und von der Art der Rente ab, ob alle Rentenansprüche erhalten bleiben und ob die Rente anders besteuert wird als in Deutschland. Große Unterschiede können hierbei zwischen einem vorübergehenden und einem dauerhaften Aufenthalt im Ausland bestehen.

Vorübergehender Aufenthalt im Ausland

Wer nur für eine begrenzte Zeit im Jahr im Ausland leben will, hat es am einfachsten. Die Deutsche Rentenversicherung geht von einem zeitlich begrenzten Aufenthalt aus, der nichts an der Auszahlung der Bezüge ändert, wenn der Rentner weniger als sechs Monate im Jahr im Ausland lebt. Wer also den Winter in der Südsee oder den Sommer lieber in Schweden verbringen möchte, muss in Bezug auf die Rente keine Änderungen befürchten – es gehen dieselben monatlichen Zahlungen auf dem Konto ein.

Der Rentner kann sich dabei aussuchen, ob er die Rente auf ein deutsches oder ein ausländisches Konto überwiesen bekommen möchte. Etwaige Bankgebühren und weitere Kosten muss er allerdings selbst tragen und auch eventuelle Kursverluste bei der Umrechnung in eine andere Währung gehen zu seinen Lasten.

Dauerhafter Aufenthalt im Ausland

Ganz anders sieht die Lage unter Umständen bei einem dauerhaften Umzug ins Ausland aus. Dieser liegt nach Ansicht der Deutschen Rentenversicherung vor, wenn der Rentenberechtigte länger als sechs Monate im Jahr außerhalb Deutschlands lebt. Dann drohen je nach Land eventuell Einschränkungen oder Abzüge von der Rente.

Umzug innerhalb der EU

Bei einem dauerhaften Umzug in ein Mitgliedsland der Europäischen Union ändert sich an der Rentenzahlung nichts. Es erfolgt weiterhin eine ungekürzte Zahlung der Rente zu den gleichen Konditionen wie in Deutschland.

Umzug in ein Land, das nicht der EU angehört

Wenn man seinen Lebensabend hingegen in einem Land außerhalb der EU verbringen möchte, kann dies Folgen haben. Beispielsweise erhalten Rentner ihre vollen Bezüge nur noch aus den Beitragszeiten im Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland und anteilig aus den beitragsfreien Zeiten. Für außerhalb Deutschlands gezahlte Rentenbeiträge und für Beschäftigungszeiten im Ausland zahlt die Deutsche Rentenversicherung keine Auslandsrente.

Und auch bei der Zahlung der Erwerbsminderungsrente kann es Einschränkungen geben, denn in manchen Fällen ist der regionale Arbeitsmarkt ausschlaggebend für die Gewährung einer Erwerbsminderungsrente. Wer die EU verlässt, läuft Gefahr, diesen Anspruch zu verlieren.

Folgenschwer kann sich der Umzug auch auf die Riester-Rente auswirken. Wer in ein Land außerhalb der EU umzieht, muss unter Umständen alle erhaltenen Steuervorteile und staatlichen Zuschüsse zurückzahlen, denn die Riester-Rente muss in Deutschland versteuert werden. Daher fordert der Staat unter Umständen die gesamte Förderung zurück.

Besteuerung im Ausland

Wer eine gesetzliche Rente erhält, muss diese meist auch dann in Deutschland versteuern, wenn er im Ausland lebt. Hinzukommen könnten Steuern, die das Land erhebt, in dem der Rentner nun lebt. Mit einigen Staaten hat Deutschland jedoch ein Abkommen geschlossen, nicht doppelt zu besteuern. Im Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) ist geregelt, ob Deutschland oder das Land, in dem der Rentner lebt, die Steuer erhebt. Dem Abkommen zufolge müssen Bezieher einer gesetzlichen Rente aus Deutschland, die in folgenden Ländern leben, ihre Steuern nur nach Deutschland zahlen und nicht noch vor Ort begleichen: Belgien, Dänemark, Großbritannien, Türkei, Irland, Italien, Kroatien, Niederlande, Österreich und Polen.

Der eingestellte Blog-Beitrag wurde von unserer Partnerkanzlei TeReBe Rechtsanwalts-AG auf rechtliche Korrektheit überprüft.

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