Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge

Irgendwann ist er da und das oft schneller, als gedacht – der wohlverdiente Ruhestand. Doch was, wenn die gesetzliche Rente nicht ausreicht, um den jetzigen Lebensstandard zu halten und sich auch als Rentner einen schönen Urlaub oder den Theaterbesuch leisten zu können? Um sich auch im Alter finanziell abzusichern und die etwaige Rentenlücke zu schließen, macht eine private Altersvorsorge durchaus Sinn. Aber welche Optionen gibt es?

Damit das Geld auch im Alter nicht knapp wird

Laut Stiftung Warentest haben Rentenexperten errechnet, dass die gesetzliche Rente ab 2030 nur noch die Hälfte des letzten Nettogehalts betragen wird. Das ist eindeutig zu wenig, um unbeschwert zu leben. Wenigstens ein bisschen Geld jeden Monat für die Zeit zurückzulegen, die nach dem Berufsleben kommt, sollte immer möglich sein. Generell gilt, je früher damit begonnen wird, Kapital für den Lebensabend mit einer privaten Altersvorsorge anzusparen, umso besser. Sparer profitieren von einem langen Anlagezeitraum und können bereits mit einer geringen monatlichen Sparrate am Ende ein kleines Vermögen erzielen, das ihnen erlaubt, unbekümmert in die Zukunft zu schauen und der drohenden Altersarmut zu entgehen.

Verschiedene Altersvorsorgen im Überblick

Nachfolgende Anlagemöglichkeiten bieten sich an, um die Rente aufzustocken: 

  • Kapital-Lebensversicherung

Eine klassische Kapital-Lebensversicherung ist ein langfristiges Sparprodukt und schafft ein finanzielles Polster fürs Alter, wenn sie rechtzeitig abgeschlossen wurde. In der Regel wird sie so abgeschlossen, dass die Auszahlung der Kapitalsumme mit Beginn des Renteneintritts anfällt. Bei einer langen Laufzeit fallen kleine monatliche Beträge kaum auf. Verträge, die bereits viele Jahre bestehen und eine hohe Überschussbeteiligung erreicht haben, können auch heute noch eine gute Rendite bringen. Allerdings sollte man bei einem Neuabschluss an die aktuell sehr niedrigen Zinsen denken und individuell abwägen, ob die Kapital-Lebensversicherung wirklich Sinn macht.

  • Riester-Rente

Bei der staatlich geförderten Riester-Rente profitieren rentenversicherungspflichtige Beschäftigte wie z. B. Angestellte, geringfügig Beschäftigte oder Bezieher von Arbeitslosen- oder Krankengeld von diversen Zulagen und steuerlichen Vorteilen. Sparer erhalten bei Abschluss eine staatliche Grundzulage in Höhe von 154 Euro jährlich. Außerdem gibt es für jedes Kind bis zu 300 Euro. Voraussetzung für die private Altersvorsorge durch die Riester-Rente ist, dass der Sparer jedes Jahr vier Prozent seines Einkommens einzahlen muss – mindestens aber 60 Euro. Angespart wird in klassischen Rentenpolicen, Fonds, Bausparverträgen oder mit Immobilien. Auch bei möglichen Zinsschwankungen ist garantiert, dass bei Fälligkeit auf jeden Fall das ersparte Kapital und die staatlichen Zulagen ausgezahlt werden.

  • Rürup-Rente

Genauso wie die Riester-Rente wird die Rürup-Rente vom Staat gefördert. Sie bietet sich für alle an, die erst genannte nicht in Anspruch nehmen können, also Selbstständige oder freiberuflich Tätige. Die Rürup-Rente bringt Steuervorteile: Der Höchstbetrag, den man als Sonderausgabe von der Steuer absetzen kann, liegt aktuell bei 86 % der gezahlten Beiträge.

  • Private Rentenversicherung

Eine konventionelle Art der Geldanlage fürs Alter ist die klassische Rentenversicherung, die jedoch beim derzeitigen Garantiezins meist keine nennenswerte Rendite einbringt. Die Höhe der Leistungen nach Ablauf errechnet sich daraus, wie lange und wie viel in die Versicherung eingezahlt wurde. Hinzu kommen Erträge aus den garantierten Zinsen und eventuelle Überschussbeteiligungen.

  • Fondsgebundene Rentenversicherung

Diese Form der privaten Altersvorsorge stützt sich auf eine Rentenversicherung, die sich durch Aktienfonds nährt. Hier wird das Geld nicht in einer einzelnen Aktie angelegt, sondern in einem Fond, der das Kapital vieler Anleger bündelt und investiert – in Rohstoffe, Bundeswertpapiere, Aktien und andere Anlagen. Viele Banken und Versicherungen bieten solche Rentenversicherungen bereits für einen kleinen monatlichen Betrag an. Eine lange Laufzeit der fondsgebundenen Rentenversicherung sollte allerdings gegeben sein, damit Börsenschwankungen ausgehalten und Verlustphasen überstanden werden.

  • Sofortrente

Wer kurz vor dem Renteneintrittsalter unverhofft zu einem höheren Geldbetrag kommt – vielleicht durch eine Erbschaft – kann diesen als Einmalzahlung in spezielle Policen für eine Sofortrente fließen lassen und erhält so eine lebenslange Rente. Diese Geldanlage als Altersvorsorge zusätzlich zur gesetzlichen Rente setzt jedoch eine hohe Lebenserwartung voraus, damit sich diese Investition lohnt.

Sich kompetent beraten lassen

Welche der aufgeführten Möglichkeiten zur privaten Altersvorsorge für den Einzelnen die sinnvollste ist, hängt von der persönlichen Situation ab und davon, wie die finanziellen Ansprüche als Rentner aussehen. Wer sich bei der Wahl unsicher sind, sollte unbedingt einen kompetenten Experten für Altersvorsorge zur individuellen Beratung hinzuziehen.