14.02.2018

Endlich Führerschein! So kommt man gut durch die Probezeit

Junge Fahrer sind unerfahren, manchmal leichtsinnig und daher überdurchschnittlich oft in Unfälle verwickelt. Deshalb wurde Mitte der 1980er Jahre in Deutschland der sogenannte „Führerschein auf Probe“ eingeführt. Er gilt für die meisten Führerscheinklassen, unabhängig vom Lebensalter der jeweiligen Fahrer.

Übrigens ist das immer nur bei der ersten Fahrerlaubnis der Fall, die man erwirbt. Einige Fahranfänger haben, wenn sie mit 18 erstmals allein im Auto unterwegs sind, ihre Probezeit also schon hinter sich – weil sie nämlich mit 16 schon den Führerschein Klasse A1 (Leichtkrafträder) gemacht haben.

Während der zweijährigen Probezeit, die mit dem Tag beginnt, an dem ein Fahranfänger die praktische Prüfung bestanden hat und ihm die Fahrerlaubnis erteilt wird (§ 2a Abs. 1 StVG), muss er seine Fahrtauglichkeit unter Beweis stellen.

Wie schafft man es, diese strengen Regeln und Auflagen, die für die Führerscheinneulinge gelten, einzuhalten? Theoretisch könnte man einfach zwei Jahre lang aufs Fahren verzichten, denn ob man während der Probezeit tatsächlich hinterm Steuer sitzt oder nicht, spielt im Grunde keine Rolle. Doch das wäre natürlich weder im Sinne des Erfinders noch in dem der Fahranfänger …

A- und B-Verstöße: Welche Folgen haben sie?

Zu schnelles Fahren, ungesicherte Ladung, Nötigung … das alles ist auch alten Hasen im Straßenverkehr verboten. Doch bei Führerscheinneulingen werden diese Verstöße besonders streng geahndet.

Grundsätzlich wurden die möglichen Verkehrssünden in zwei Klassen untergliedert: in A-Verstöße, die als besonders schwerwiegend gelten, und B-Verstöße, die nicht ganz so gravierend sind.

Wer einen A-Verstoß begeht, für den verlängert sich die Probezeit auf vier Jahre. Dasselbe gilt bei zwei B-Verstößen. Aufbauseminar natürlich inklusive …

Beispiele für A-Verstöße

  • Rote Ampel überfahren
  • Unfallflucht
  • Mangelnder Sicherheitsabstand
  • Fahren unter Alkoholeinfluss
  • Nötigung

 

Beispiele für B-Verstöße

  • Stoppschild missachten
  • Fahren ohne Licht bei schlechter Sicht
  • Fahren mit abgefahrenen Reifen
  • Kinder mitnehmen ohne Kindersitz
  • Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung

 

Geblitzt in der Probezeit! Und nun?

Auch zu schnelles Fahren gehört zu den A-Verstößen! Schon wer mit dem PKW 20 km/h schneller unterwegs ist als erlaubt, begeht so einen Verstoß. Lkw-Fahrer sind schon dran, wenn sie nur 15 km/h zu schnell sind.

Auch das noch: Unfall in der Probezeit

Unfälle, die von Fahranfängern verursacht werden, haben oft mit überhöhter Geschwindigkeit, missachteter Vorfahrt oder zu geringem Sicherheitsabstand zu tun. Überholvorgänge werden falsch eingeschätzt oder die jungen Fahrer haben ihr Auto einfach nicht im Griff – und fliegen aus der Kurve.

Fahrer, die während der Probezeit in einen Unfall verwickelt werden, fürchten natürlich um ihren Führerschein. Doch ob der in Gefahr ist, hängt vom jeweiligen Fall ab: Was war tatsächlich die Ursache? Welche Schäden sind entstanden? Und falls der Fahranfänger die Schuld trägt: Liegt ein A-Verstoß oder vielleicht doch nur ein B-Verstoß vor?

Wer mehr als 20 km/h zu schnell war und dadurch einen Unfall ausgelöst hat, zahlt mindestens 70 Euro Strafe, bekommt einen Punkt in Flensburg und kann mit einer Verlängerung der Probezeit um zwei Jahre rechnen, denn dabei handelt es sich um einen A-Verstoß. Ähnliches gilt bei den anderen A-Verstößen.

Noch schlimmer ist es, wenn bei dem Unfall Menschen zu Schaden kamen. Dann steht womöglich eine Strafanzeige wegen Körperverletzung oder fahrlässiger Tötung ins Haus. Spätestens in so einem Fall empfiehlt es sich, anwaltliche Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Brauchen Fahranfänger eine Verkehrsrechtsschutzversicherung?

Ganz gleich, ob man als routinierter Autofahrer, Fahranfänger, Fahrradfahrer oder Fußgänger am Straßenverkehr teilnimmt: Eine Verkehrsrechtsschutzversicherung lohnt sich für alle. Nicht zuletzt auch während der Probezeit bietet sie ein Gefühl der Sicherheit. Falls die Eltern eines Fahranfängers bereits entsprechend abgesichert sind, beantwortet ein Blick in die Police die Frage, ob ein eigener Vertrag nötig ist. Liegt eine Familienpolice vor, sind Kinder ebenfalls geschützt – jedenfalls solange sie sich in der Ausbildung befinden.

Der Verkehrsrechtsschutz greift übrigens nicht nur bei eigenen Verkehrsverstößen, sondern auch bei Ärger mit einem Unfallgegner oder bei Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit einem Gebrauchtwagenkauf oder einer Reparatur. Sie übernimmt unter anderem die Kosten für Gutachter, Anwälte und das Gericht.

Der eingestellte Blog-Beitrag wurde von unserer Partnerkanzlei TeReBe Rechtsanwalts-AG auf rechtliche Korrektheit überprüft.

Weitersagen