03.08.2020

Grundrente ab 2021 – Wie hoch ist die Grundrente?

Die Grundrente tritt ab 2021 in Kraft: Am 19. Februar 2020 hat das Bundeskabinett den Entwurf eines Gesetzes zur Einführung der Grundrente verabschiedet. Ziel ist die finanzielle Unterstützung von langjährig Versicherten mit unterdurchschnittlichem Einkommen. Bundestag und Bundesrat haben die Grundrente am 02. Juli 2020 beschlossen. Doch wer genau hat eigentlich einen Anspruch auf Grundrente? Wie hoch ist die Grundrente und findet eine Bedürftigkeitsprüfung statt?

Wer soll die neue Grundrente bekommen?

Am 01. Januar 2021 soll die Grundrente in Kraft treten. Anspruch auf Grundrente haben demnach Rentnerinnen und Rentner, die lange gearbeitet, aber unterdurchschnittlich verdient haben. Dazu zählen beispielsweise diejenigen, die durch Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen im Alter oft nicht mehr als die sogenannte Grundsicherung zur Verfügung haben. Die Grundrente soll dabei als Teil der Rente ausgezahlt werden und für alle in Betracht kommen, die eine Altersrente, Erwerbsminderungsrente, Erziehungsrente oder Hinterbliebenenrente beziehen.

Voraussetzungen: Welche Zeiten werden angerechnet?

Um die Grundrente in voller Höhe zu erhalten, müssen Rentnerinnen und Rentner eine Mindestversicherungszeit von 35 Jahren erfüllen. Zur Berechnung dieser sogenannten Grundrentenzeiten werden angerechnet:

  • Beiträge aus Berufstätigkeit oder Selbständigkeit,
  • Zeiten für Kindererziehung und Pflege von Angehörigen,
  • Zeiten der Leistungen bei Krankheit oder Rehabilitation,
  • Ersatzzeiten (z.B. Kriegsdienst)

 

Nicht berücksichtigt werden etwa freiwillige Beiträge, Zeiten mit Bezug von Arbeitslosengeld I und II oder Zeiten der Schulausbildung.

Gestaffelter Grundrentenzuschlag: Was besagt die Übergangsregelung?

Rentner, die mindestens 33 Jahre, aber weniger als 35 Jahre Grundrentenzeiten erreicht haben, sollen einen gestaffelten Zuschlag erhalten. Die Aufstockung steigt demnach mit jedem Monat bis zu dem Zeitpunkt, an dem mit 35 Jahren die Höhe der vollen Grundrente erreicht wird.

Die Grundrente wird übrigens nicht nur an „Neu-Rentner“, sondern auch an diejenigen ausbezahlt, die bereits in Rente sind und die Voraussetzungen erfüllen. Laut Bundesminister Hubertus Heil komme die Grundrente 1,3 Millionen Menschen zugute, viele davon seien Frauen.

Wie wird die Grundrente berechnet und wie hoch ist die Grundrente?

Der Berechnung der Grundrente sollen eine Unter- und Obergrenze zu Grunde liegen: Berechnet wird diese demnach aus allen Grundrentenzeiten, in denen der Verdienst mindestens 30 Prozent und höchstens 80 Prozent des Durchschnittsverdienstes in Deutschland betragen hat.

Liegt der Verdienst darunter, werden diese Zeiten nicht mitgezählt. Hierzu zählen beispielsweise Zeiten, in denen einer geringfügigen Beschäftigung in Form von Teilzeit oder auf Minijob-Basis nachgegangen wurde.

Die Höhe der jeweiligen Grundrente soll individuell für die anspruchsberechtigten Rentnerinnen und Rentner errechnet werden und richtet sich nach der Höhe der erworbenen Entgeltpunkte. Die Berechnung soll dabei wie folgt erfolgen: Die Rentenansprüche aus den für die Grundrente relevanten Anrechnungszeiten (maximal 35 Jahre) werden verdoppelt, wobei der resultierende Betrag auf maximal 80 Prozent des Durchschnittsverdienstes pro Jahr bzw. maximal 0,8 Entgeltpunkte begrenzt wird. Der daraus berechnete Betrag wird anschließend pauschal um 12,5 Prozent gekürzt. Maximal wird sich der Zuschlag etwa auf 400 Euro beziffern.

Was muss man tun, um die Grundrente zu bekommen?

Die Grundrente soll automatisch geprüft und ausgezahlt werden, erfolgt also ohne explizite  Antragstellung der Rentnerinnen und Rentner. Mit der Prüfung einher geht die Feststellung des Grundrentenbedarfes. Aufgrund der vorbereitenden Maßnahmen wird die Auszahlung jedoch voraussichtlich nicht direkt ab 01. Januar 2021 beginnen können. Die Ansprüche werden dann rückwirkend gelten und entsprechend nachgezahlt.

Feststellung des Grundrentenbedarfes und Einkommensprüfung

Eine Bedürftigkeitsprüfung wie etwa bei der Inanspruchnahme von ALG II erfolgt für die Feststellung des Grundrentenbedarfes nicht. Dieser soll vielmehr im Rahmen einer Einkommensprüfung ermittelt werden. Dabei ist ein automatischer Austausch zwischen den Finanzbehörden und der Rentenversicherung vorgesehen. Ausgenommen hiervon sind jedoch zum Beispiel Einkünfte von im Ausland lebenden Rentnerinnen und Rentnern. Diese müssten Einkünfte aktiv melden.

Für die Feststellung des Grundrentenbedarfes  im Zuge der Einkommensprüfung ist ein Einkommensfreibetrag in Höhe von 1.250 Euro/Monat für Alleinstehende und 1.950 Euro/Monat für Ehepaare bzw. Lebenspartner vorgesehen.

Liegt das monatliche Einkommen darüber, erfolgt eine Anrechnung zu 60 Prozent auf die Grundrente. Ab einem Einkommen von 1.600 Euro pro Monat bei Alleinstehenden und 2.300 Euro pro Monat bei Eheleuten bzw. Lebenspartnern wird dieses zu 100 Prozent angerechnet.

Welche Einkünfte werden auf die Grundrente angerechnet?

Als Einkommen gelten die eigene Nettorente und weiteres zu versteuerndes Einkommen. Auch Kapitalerträge oberhalb des Sparerfreibetrages sollen angerechnet werden. Steuerfreie Einnahmen zum Beispiel aus einer ehrenamtlichen Tätigkeit oder einer geringfügigen Beschäftigung werden dagegen nicht berücksichtigt.

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