14.05.2018

Franchise-Partner werden? Diese Tipps helfen bei der Vorbereitung

Für den erfolgreichen Einstieg und den geschäftlichen Erfolg eines Franchise-Unternehmens bedarf es langfristiger Planung. Lesen Sie hier, was Sie für den Start als selbstständiger Unternehmer in ein Franchise-System unbedingt beachten sollten.

Worauf lassen Sie sich beim Franchise ein?

Was ist Franchise oder Franchising überhaupt? Beide Begriffe bedeuten im Grunde eine wirtschaftliche Kooperationsform zwischen zwei selbstständigen Unternehmern. Dabei ist einer der Partner der so genannte Franchisegeber und bietet dem Franchisenehmer gegen eine Lizenz-Gebühr die Nutzung seines Geschäftsmodells inklusive der Namensrechte an. In einem Franchisevertrag wird dabei festgelegt, in welchem Umfang die wirtschaftliche Infrastruktur genutzt werden darf und welche Gebühren dafür einmalig oder auch fortlaufend anfallen.

Franchise: Existenzgründung light mit kalkulierbaren Risiken

Die Vorteile beim Franchising liegen auf der Hand: Anders als bei einer herkömmlichen Existenzgründung gehen Sie finanziell und geschäftlich auf einem bereits vorher abgesteckten Weg – statt alleine gegen Windmühlen zu kämpfen, hat sich das System bereits etabliert und bietet belastbare Zahlen, mit denen sich hervorragend kalkulieren lässt. So ist die Aussicht auf einen Erfolg als selbstständiger Unternehmer wesentlich wahrscheinlicher. Mit gezielten Hilfestellungen des Franchisegebers wird Ihnen der Start zudem erheblich vereinfacht. Doch hier liegt gleichzeitig auch ein großes Risiko: Wer sich nach hinten lehnt, nicht für die angestrebte Selbstständigkeit brennt und keinen unternehmerischen Spürsinn beweist, kann trotz bester Voraussetzungen Probleme haben, erfolgreich eigenständig zu werden.

Kritische Selbsteinschätzung bevor es ernst wird

Bevor Sie konkret in eine Existenzgründung einsteigen, sollten Sie Ihre Persönlichkeit auf den Prüfstand stellen und hinterfragen, ob Sie ein Unternehmertyp sind: Schließlich warten zahlreiche Herausforderungen auf Sie, denen Sie sich selbstbewusst stellen müssen. Wie reagieren Sie auf Stress, Zeitdruck und arbeitsintensive Wochenenden? Sind Sie durchsetzungsfähig, risikobereit und entschlussfreudig? Hält Ihre familiäre Situation einer Belastung stand? Könnten Sie sich auch nach mehreren Rückschlägen langfristig motivieren? Seien Sie selbstkritisch und ehrlich zu sich selbst – oftmals hilft es auch, Freunde und Familie zu befragen. Sollten Sie in bestimmten Bereichen Defizite haben, helfen Abendkurse und die Lektüre von Fachliteratur.

Sie sind natürlich nicht der Einzige, der bei potenziellen Franchise-Unternehmen vorstellig wird: Aus diesem Grund – und auch zur Überprüfung Ihrer eigenen Intention – sollten Sie Ihrer Bewerbung unbedingt ein Motivationsschreiben anfügen. Versetzen Sie sich in die Lage Ihres späteren Partners hinein und beantworten Sie detailliert, warum gerade Sie den Zuschlag bekommen sollten. Speziell berufliche Erfahrungen oder auch charakterliche Fähigkeiten sind dabei von Vorteil.

Vor dem Einstieg mehrere Franchise-Anbieter vergleichen

Wenn Sie bereit sind für den Schritt in die Selbstständigkeit, können Sie in die konkrete Planungsphase übergehen. Hier steht zunächst die Entscheidung im Fokus, welches System zu Ihnen passt. Für die Suche nach einem Franchise-Partner bieten sich zahlreiche Internet-Portale an, allen voran der Deutsche Franchiseverband. Holen Sie unbedingt mehrere Angebote ein und vergleichen Sie Vor- und Nachteile, denn diese sind je nach Anbieter immens. So variiert nicht nur Ihre spätere unternehmerische Freiheit zwischen den Modellen, sondern auch die Förderung. Einige Franchisegeber bieten zum Beispiel vorab eine Standort-Analyse an und stehen Ihnen in beratender Funktion zur Seite, um Fehleinschätzungen zu vermeiden. Nutzen Sie zudem alle Informationsquellen, die Ihnen bei einer detaillierten Planung helfen können: Sowohl Finanzämter als auch Steuerberater und Handelskammern geben Ihnen die Möglichkeit, vorausschauend zu planen und am Ende Geld zu sparen.

Der Fahrplan zum Franchise-Erfolg

Als Fahrplan für einen erfolgreichen Start ins Franchising ist ein Businessplan unerlässlich. Als Planspiel und Rechenexempel nimmt er nicht nur Ihnen die Aufregung bei der Existenzgründung, sondern dient auch der Bank als Entscheidungsgrundlage. Darüber hinaus zeigt ein entsprechender Plan Ihnen eventuelle Wissenslücken auf. Denn nicht zuletzt werden hier auch rechtliche Aspekte geklärt: Welche Rolle fällt Ihnen als Arbeitgeber zu? Welche Voraussetzungen müssen Sie dafür erfüllen? Nutzen Sie hier im besten Fall die Expertise von externen Gründungsberatern. Ein guter Businessplan benötigt Zeit: Planen Sie minimal zwei bis vier Wochen volle Arbeitszeit für die Ausarbeitung ein.

Achten Sie auf eine nachhaltige Finanzierung für das Franchising

Die Finanzierung sollte im Idealfall von Anfang an auf einer soliden Basis stehen – das spart am Ende Nerven und Geld. Das setzt voraus, dass Sie den finanziellen Gesamtumfang überblicken, in dem auch ein Puffer eingeplant ist. Nehmen Sie sich Zeit und sprechen Sie unbedingt mit mehreren Banken. Die meisten Franchise-Anbieter setzen zudem ein gewisses Eigenkapital voraus. So verlangt eine bekannte System-Gastronomie-Kette beispielsweise 40.000 Euro aus eigener Hand. Gut zu wissen: Banken gewähren bei einer Franchise-Finanzierung häufig einen einfacheren Zugang zu einem Darlehen als bei einer eigenen Geschäftsidee, denn das Geschäftsmodell eines Franchise-Systems hat sich bereits erfolgreich am Markt bewiesen, wodurch das Risiko für die Kapitalgeber sinkt. Trotzdem sollten Sie bedenken, dass ein Großteil des geliehenen Betrags als Sicherheit zur Verfügung gestellt werden muss. Im Zweifelsfall können hier Bürgschaftsbanken einspringen, die bis zu 80 Prozent des Ausfallrisikos abdecken. Alternativen zur klassischen Hausbank können übrigens auch die KfW Förderbank oder auch die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft des jeweiligen Bundeslandes sein. Bevor Sie Ihre Unterschrift unter Darlehens- und Franchisevertrag setzen, sollten Sie alle festgeschriebenen Formalitäten von einem Anwalt für Wirtschaftsrecht prüfen lassen.

So gelingt der Ausstieg aus einem Franchisevertrag

Aufgrund der hohen finanziellen Summen, die bei einem Franchising oftmals im Spiel sind, sollten Sie sich bei ersten Gedanken an einen Ausstieg aus dem Vertrag um einen Rechtsbeistand bemühen. Denn wie bei einer Scheidung gehen beide Partner im besten Fall einvernehmlich auseinander, es kann jedoch auch ein langwieriger Gerichtsprozess drohen. Nichts zu tun haben die Rechtsanwälte in der Regel bei ordentlichen Kündigungen am Ende der vertraglich vereinbarten Laufzeit oder bei einer vorzeitigen Beendigung durch einen Aufhebungsvertrag. Komplizierter wird es bei einer außerordentlichen Kündigung entweder von Seiten des Franchisegebers oder des Franchisenehmers. Häufiger Streitpunkt ist hier die Erstattung der Eintritts-Gebühr. Grundsätzlich müssen die Beweggründe der jeweiligen Partei klar nachweisbar sein. So können vertragswidrige Konkurrenztätigkeit, Verkauf nicht genehmigter Produkte oder auch Umsatzeinbrüche genauso Gründe für eine Kündigung sein wie Umsatzverluste oder auch eine schleppende Bearbeitung von Bestellungen seitens der System-Zentrale.

Fazit: Mit solider Planung zum Erfolg

Der Einstieg in ein Franchise-System bietet zahlreiche Vorteile gegenüber einer unabhängigen Existenzgründung: Der geschäftliche Weg ist vor Ihnen bereits mehrfach erfolgreich bewältigt worden. Mit der richtigen Planung, einer ausgereiften Finanzierung und genügend Selbstreflektion in persönlichen Fragen bewegen Sie sich auf der Erfolgsspur. Und selbst wenn es zum Äußersten kommt und Sie aus dem Vertrag aussteigen müssen: Mit rechtlich wasserdichten Beweggründen haben Sie gute Chancen, ohne finanzielle Verluste zu kündigen.

Der eingestellte Blog-Beitrag wurde von unserer Partnerkanzlei TeReBe Rechtsanwalts-AG auf rechtliche Korrektheit überprüft.

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