06.06.2019

Förderung zum Start in die Selbstständigkeit – Diese Möglichkeiten gibt es

Wer gründen möchte, muss bereits Rechnungen begleichen, bevor die Firma überhaupt existiert. Gut zu wissen, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt, die ersten Kosten schnell und effektiv zu decken. Auf welche staatlichen Unterstützungen junge Unternehmen zurückgreifen können und welche alternativen Förderprogramme bei den ersten Schritten in die Selbstständigkeit helfen, zeigt dieser Artikel.

Beratungsförderung: Der erste Schritt zur Selbstständigkeit

Bei der Vorbereitung ihres Gründungsvorhabens können sich Unternehmens- bzw. Existenzgründer umfangreich beraten lassen. Individuelle Beratungsgespräche klären alle Fragen rund um den Businessplan und die Gründung. Die einzelnen Bundesländer bieten entweder einen Zuschuss zu den Beratungskosten oder eine kostenfreie Beratung für Existenzgründer an.

Nach der Gründung steht Unternehmensinhabern das Programm „Förderung unternehmerisches Know-how“ zur Verfügung. Dieses richtet sich an:

  • junge Unternehmen, die weniger als zwei Jahre am Markt sind
  • Unternehmen ab dem dritten Jahr nach der Gründung
  • Unternehmen, welche sich in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden

 

Hinweis: Um am Programm teilnehmen zu können, muss das Unternehmen der EU-Mittelstandsdefinition für kleine und mittlere Unternehmen entsprechen.

Gründungsfinanzierung: vielfältige Fördermittel für Existenzgründer

Nach der Ideenfindung für das neue Unternehmen ist die Finanzierung oftmals die erste Hürde für die Gründer. Verschiedene Förderprogramme sorgen für die notwendige finanzielle Sicherheit bei der Unternehmensgründung. Mit einer zuverlässigen Firmen-Rechtsschutzversicherung können sich zum Beispiel Handwerksbetriebe vor dem Abschluss einer Förderung gegen eine Vielzahl juristischer Gefahren absichern. Dazu zählen:

  • Schadenersatzforderungen wegen Nichteinhalten von Vertragsinhalten
  • unrechtmäßige Klauseln im Vertrag des Fördermittels
  • ausbleibende Zahlung der Förderung

 

KfW Bank: individuell angepasste Kredite zu günstigen Konditionen

Die Förderbank KfW stellt Selbstständigen und Unternehmensgründern eine mittel- und langfristige Finanzierung von Geschäftsvorhaben im In- und Ausland zur Verfügung. Ein KfW Gründerkredit ist wesentlich zinsgünstiger als ein normaler Bankkredit, bietet tilgungsfreie Anlaufjahre und kann individuell auf die Bedürfnisse des Entrepreneurs zugeschnitten werden.

Gründung aus der Arbeitslosigkeit: Gründungszuschuss und Einstiegsgeld

Empfänger von ALG I haben bei der Existenzgründung nach §§ 93 f. SGB III Anspruch auf einen Gründungszuschuss. Gründer erhalten bis zu 15 Monate lang einen monatlichen Zuschuss in Höhe von 300 Euro.

Existenzgründer, die ALG II beziehen, haben nach § 16b Abs. 3 SGB II Anspruch auf ein Einstiegsgeld. Dabei handelt es sich um eine Ermessensleistung, welche maximal 24 Monate lang gezahlt wird. Die Höhe der Förderung wird individuell bemessen.

Der Mikromezzaninfonds stärkt das Eigenkapital

Im September 2013 startete das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie den Mikromezzaninfonds. Dabei handelt es sich um eine Finanzierung aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und dem ERP Sondervermögen. Der Mikromezzaninfonds stärkt das Eigenkapital kleiner Unternehmen um bis zu 50.000 Euro und richtet sich in erster Linie an Unternehmen, die:

  • aus der Arbeitslosigkeit gegründet wurden
  • von Frauen oder Menschen mit Migrationshintergrund geführt werden 
  • selbst ausbilden

 

Die Förderung ist an enge Rahmenparameter geknüpft. So darf das antragstellende Unternehmen maximal 50 Mitarbeiter beschäftigen, die Bilanzsumme bzw. der Umsatz darf eine Summe von 10 Mio. Euro nicht übersteigen.

Der High-Tech-Gründerfonds unterstützt innovative Geschäftsideen

Der High-Tech-Gründerfonds, kurz HTGF, ist Deutschlands größter Frühphaseninvestor. Der Fond wurde im Jahr 2005 vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in Kooperation mit verschiedenen Industrieunternehmen ins Leben gerufen und unterstützt junge, innovative Hightech-Start-ups aller Branchen mit bis zu 3 Millionen Euro.

Förderung für Selbstständige: innovative Alternativen für junge Unternehmer

INVEST und EXIST: vom Studienabschluss zur Selbstständigkeit

Seit 2007 unterstützt das Förderprogramm EXIST Studierende sowie Absolventen aus Hochschulen bei der Unternehmensgründung. Die Förderung deckt bis zu 3.000 Euro zur Sicherung des persönlichen Lebensunterhalts ab und stellt bis zu 30.000 Euro für Sachausgaben sowie 5.000 Euro für Coaching-Maßnahmen zur Verfügung.

Das Förderprogramm INVEST unterstützt junge, innovative Start-ups bei der Suche nach einem Kapitalgeber. Investoren erhalten 20 Prozent der investierten Summe durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle zurückerstattet und sollen auf diese Weise zur Bereitstellung von Kapital motiviert werden.

Business Angels: Zentrale Anlaufstelle für Kapital suchende Start-ups

Bei den sogenannten Business Angels handelt es sich um ein Netzwerk vermögender Privatpersonen, die in junge, innovative Start-ups investieren. Zudem stellen Business Angels dem Unternehmensgründer ihr Know-how sowie ihr Netzwerk zur Verfügung. Das Investment erfolgt in der Regel bereits in einer sehr frühen Phase, im Gegenzug erhalten Business Angels Unternehmensanteile sowie, je nach Vereinbarung, ein Mitspracherecht bei wichtigen Unternehmens-Entscheidungen.

Fördermöglichkeiten nach Bundesland

Alle Bundesländer bieten Existenzgründern regionale Förderprogramme, welche junge Unternehmensgründer bei den ersten Schritten in die Selbstständigkeit unterstützen. Die Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie liefert einen umfassenden und aktuellen Überblick über die jeweiligen Förderprogramme des Bundes.


Der eingestellte Blog-Beitrag wurde von unserer Partnerkanzlei VETO Rechtsanwaltsgesellschaft mbH auf rechtliche Korrektheit überprüft.
 

Weitersagen