22.10.2018

Ferienjobs für Schüler – Das gilt es zu beachten

Jugendliche haben Wünsche, für die ihr Taschengeld oft nicht ausreicht. Um sich das neue Computerspiel oder die angesagten Sneakers leisten zu können, suchen sich viele Schüler in den Ferien einen Nebenjob. Doch ab welchem Alter dürfen Schüler nach dem Jugendschutz eigentlich arbeiten? Sind alle Tätigkeiten erlaubt? Gibt es Einschränkungen bezüglich der Arbeitszeiten oder dem Verdienst und ist dieser gar steuerpflichtig?

Gesetzliche Regelungen für einen Ferienjob

Ab wann ein Schüler einem Nebenjob nachgehen darf, ist ganz klar im Jugendarbeitsschutzgesetz geregelt. Auch die Anzahl der täglichen Arbeitsstunden ist hier gesetzlich festgelegt.

  • ab 13 Jahre

Zwei Stunden pro Tag sind erlaubt, wobei die Eltern zustimmen müssen, dass ihr Kind leichte Nebenjobs wie Babysitten oder Zeitungen austragen annimmt. Verdient sich der Schüler im landwirtschaftlichen Familienbetrieb etwas hinzu, gilt die Ausnahme von drei Stunden täglich. Die Tätigkeit darf laut Jugendschutz an fünf Tagen pro Woche zwischen 8 und 18 Uhr ausgeführt werden, wobei das Wochenende und Feiertage ausgenommen sind.

  • ab 15 Jahre

Ein Jugendlicher darf in den Ferien Vollzeit arbeiten, also acht Stunden am Tag in der Zeit von 6 bis 20 Uhr und bis zu 40 Stunden pro Woche. Ab einem Alter von 16 Jahren ist diese Regelung gelockert: In der Gastronomie darf die Tätigkeit bis 22 Uhr erfolgen, in Betrieben, in denen in Schichten gearbeitet wird, sogar bis 23 Uhr. Auch hier ist ein Ferienjob am Wochenende und an Feiertagen nicht erlaubt, wobei Ausnahmen gelten wie in der Gastronomie, in Pflegeeinrichtungen oder in der Landwirtschaft. Dabei ist die maximale Dauer von Ferienjobs auf insgesamt vier Wochen im Kalenderjahr beschränkt, beläuft sich also auf 20 Arbeitstage.

  • ab 18 Jahre

Auch wenn sie vor dem Gesetz als Erwachsene gelten, dürfen Schüler und Studenten einem Ferienjob nicht mehr als 50 Tage im Kalenderjahr nachgehen, denn sonst unterliegt dieser im Hinblick auf die Steuerpflicht und Sozialversicherung anderen Kriterien.

Ruhepausen sind wie in jedem Arbeitsverhältnis auch hier gesetzlich geregelt. 30 Minuten Pause stehen Jugendlichen zu, die zwischen viereinhalb und sechs Stunden einem Nebenjob nachgehen. Bei mehr als sechs Stunden verlängert sich die Pause auf eine Stunde. Außerdem gilt: Nach viereinhalb Stunden Arbeit muss eine Ruhepause eingelegt werden.

Welcher Ferienjob ist erlaubt?

Nicht jede Tätigkeit ist für Ferienjobber erlaubt. Solche, die die Gesundheit gefährden, wie zum Beispiel die Arbeit an Maschinen oder der Umgang mit gefährlichen Stoffen, sind verboten. Auch Akkordarbeit, bei der nicht nach Zeit, sondern nach Leistung bezahlt wird, ist nicht erlaubt. Ebenso darf der Ferienjob nicht dazu führen, dass die schulischen Leistungen leiden.

Für einen Ferienjob ab 15 Jahren bieten sich viele Möglichkeiten. Denn gerade in den Ferien haben Supermärkte Bedarf an „Einräumern“, wenn die Angestellten selbst mit der Familie Urlaub machen. Auch in der Gastronomie werden insbesondere in den Sommermonaten Aushilfen gesucht. So ein Ferienjob ist bei Schülern besonders beliebt, da es meist ein gutes Trinkgeld gibt. Der Nachteil ist, dass hier auch oft am Wochenende und in den Abendstunden gearbeitet wird.

Wie sieht es mit der Bezahlung aus?

Nur bereits volljährige Ferienjobber haben Anspruch auf den Mindestlohn, der derzeit bei 8,84 Euro liegt. Für Jugendliche muss ein faires Entgelt gezahlt werden, das mindestens bei zwei Dritteln des in der Branche üblichen Tariflohns liegt. Eine Steuerpflicht besteht übrigens nur dann, wenn der jährliche Bruttolohn den Grundfreibetrag von derzeit 9.000 Euro übersteigt. Sollte der Ferienjob mehr einbringen, existiert die Möglichkeit, sich die gezahlte Steuer über die Steuererklärung im darauffolgenden Jahr zurückzuholen. Tipps dazu unter diesem Link.

Bei einer kurzfristigen Beschäftigung im Falle eines Ferienjobs fallen keine Beiträge zur Sozialversicherung an – nicht für den Arbeitgeber und auch nicht für den Schüler. Kommt es zu einem Unfall, greift hier die gesetzliche Unfallversicherung. Ein Arbeitsvertrag ist übrigens vom Gesetz her nicht zwingend, aber sinnvoll. Schüler sollten darauf bestehen, dass einer ausgestellt wird. Hier wird schriftlich verankert, wie die Arbeitszeiten geregelt sind und welche Bezahlung vereinbart wurde. So ist man auf der sicheren Seite.

Gut zu wissen, dass Schüler – egal ob minder- oder volljährig – über die Privat- und Arbeits-Rechtsschutzversicherung der Eltern auch bei einem Ferienjob mitversichert sind.

Der eingestellte Blog-Beitrag wurde von unserer Partnerkanzlei TeReBe Rechtsanwalts-AG auf rechtliche Korrektheit überprüft.

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