21.01.2019

Eigene Projekte durch Crowdfunding finanzieren – So geht's!

Eine gute Idee für ein Unternehmen, ein Produkt oder ein kreatives Projekt benötigt für die Umsetzung ein ausreichendes Kapital. Das Crowdfunding stellt eine alternative Finanzierungsform zur klassischen Kredit- und Darlehensfinanzierung dar. Der englische Begriff bezeichnet eine spezielle Form der Finanzierung (engl. funding), bei welcher eine Gruppe von Menschen, die sogenannte Crowd, Kapital für eine Existenzgründung, ein Startup oder ein soziales Projekt zur Verfügung stellt. Dabei ist zwischen zwei Arten des Crowdfunding zu unterscheiden:

  • als Spenden-Crowdfunding (engl.: donation-based Crowdfunding) wird eine Privatfinanzierung mittels Spenden bezeichnet. Investoren spenden, um ein Projekt oder ein Unternehmen zu unterstützen und erhalten keine Gegenleistung.
  • beim gegenleistungsbasierten Crowdfunding (engl.: reward-based Crowdfunding) erhalten Investoren eine symbolische, nicht-monetäre Gegenleistung. Dies kann beispielsweise die Nennung ihres Namens im Abspann eines mitfinanzierten Films oder ein persönlicher Gegenstand des Künstlers sein, dessen Werk mitfinanziert wurde.

 

Seit einigen Jahren hat sich das sogenannte Crowdinvesting als Alternative zum Crowdfunding etabliert. Beim Crowdinvesting investieren Privatanleger in ein Startup-Unternehmen und erhalten im Gegenzug Firmenanteile oder eine Beteiligung an zukünftigen Gewinnen. Das Crowdinvesting ist in Zeiten niedriger Zinsen eine gute Möglichkeit für Anleger, eine attraktive Rendite zu erzielen.

Für wen ist Crowdfunding geeignet? Was sind die Vorteile?

Crowdfunding für soziale Projekte, Künstler und Kreative
Das Spenden-Crowdfunding spricht in erster Linie Musiker, Schriftsteller sowie Projekte ohne Gewinnabsicht an. Mithilfe eines durchdachten Zielbetrages und einer ausreichenden Deadline können kleine Projekte schnell und unkompliziert finanziert werden.

Crowdfunding für Startups
Das gegenleistungsbasierte Crowdfunding eignet sich besonders für die Finanzierung von haptischen Produkten. Startups, die bereits ein greifbares Produkt entwickelt haben, erhalten durch das Crowdfunding einen sofortigen Markttest, da Investoren auf der Crowdfunding-Plattform die Möglichkeit zu einem direkten Feedback haben. Zudem generiert das Crowdfunding eine kleine Community, welche als Basis für den späteren Kundenstamm dient.

Crowdfunding für Unternehmen
Für Firmen, die keine Finanzierung aus traditionellen Quellen wie Banken erhalten, ist das Crowdinvesting eine interessante Alternative. Langwierige Verhandlungen mit Banken oder Venture-Capital-Gesellschaften entfallen, darüber hinaus sind die Konditionen der Kapitalbeschaffung mittels Crowdfunding oftmals günstiger als bei einer klassischen Bankenfinanzierung.

Crowdfunding – wie geht das und was kostet es?

Ein klares Konzept sowie eine anschauliche Präsentation des eigenen Projekts sind Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne. Die Kampagne selbst wird vom sogenannten Funder auf einer Crowdfunding-Plattform gelauncht. Der Funder gibt einen Zielbetrag vor, welcher zur Umsetzung des Projekts benötigt wird. Ebenso wird eine Deadline festsetzt, bis zu welcher das Projekt auf der Plattform für Spenden geöffnet ist.

Im Folgenden ist es Aufgabe des Funders, möglichst viele Unterstützer über Mundpropaganda, soziale Netzwerke wie beispielsweise Facebook, und andere Wege zum Spenden aufzurufen. Diese finden zunächst in Form einer Zusicherung, eines sogenannten Pledges, statt. Ein Unterstützer gibt also an, dass er bereit ist, dem Projekt eine bestimmte Summe zu spenden.

Nur dann, wenn der vom Funder bestimmte Zielbetrag bis zur festgesetzten Deadline erreicht wird, werden die Pledges fällig. Wird das Spendenziel nicht erreicht, geht der Funder leer aus. Wird der Zielbetrag erreicht, erhält der Funder alle Zusicherungen, die gemacht wurden.

Die Kosten für eine Crowdfunding-Kampagne variieren je nach Plattform. Wird das Fundingziel nicht erreicht, entstehen dem Funder in der Regel keine Kosten. Beim Erreichen des Zielbetrags wird eine Provision von bis zu 11,9 Prozent für den Betreiber der Crowdfunding-Plattform fällig, zudem erheben einige Plattformen eine Transaktionsgebühr pro ausgezahlten Pledge.

Bekannte Crowdfunding-Plattformen in der Übersicht

Name

Features

Für wen?

Kosten bei Erreichen des Zielbetrages

Kickstarter

-Weltweit größte Plattform

-15 verschiedene Kategorien

Künstler

kreative Projekte

Startups

5 % Provision

3 % + 0,2 € pro Pledge

Startnext

-Marktführer im deutschsprachigen Raum

-regelmäßige Workshops

Künstler

Social Entrepreneurs

Startups

freiwillige Provision

4 % Transaktionsgebühr

Indiegogo

- Support für Initiatioren

- keine Gebühren für Projektträger bei sozialen Vorhaben

Gemeinnützige Projekte

Startups

Künstler

5 % Provision

3 % + 0,3 € pro Pledge

VisionBakery

- viele Kategorien

- individuelle Projekt-Webseite

Gemeinnützige Projekte

Erfinder

Startups

11,9 % Provision

99 Funken

-Fokus auf regionale Wirtschaft

-persönliche Betreuung

Erfinder

Vereine

Kleinunternehmen

4 % Provision

Der eingestellte Blog-Beitrag wurde von unserer Partnerkanzlei TeReBe Rechtsanwalts-AG auf rechtliche Korrektheit überprüft.

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