07.01.2021

Corona-Krise: Wie wirkt sie sich auf die Rente aus?

Geschäfte bleiben geschlossen, Lieferketten brechen ein und auch die Börse notiert deutlich geringere Kurse: Die aktuelle Corona-Krise hat nicht nur starke Auswirkungen auf die Wirtschaft, sie betrifft auch nahezu alle Arbeitnehmer. Wer heute weniger verdient, erhält morgen weniger Rente. Doch wie wirken sich Maßnahmen wie Kurzarbeit im Detail auf die Rente aus? Mit welchen Abzügen ist zu rechnen und wie sicher sind gesetzliche und private Altersvorsorgen in Zeiten von Corona? Dieser Artikel beantwortet die wichtigsten Fragen.

Kurzarbeit und Rente: Mit diesen Einbußen ist zu rechnen

Arbeitnehmer in Kurzarbeit müssen mit geringeren Altersbezügen als bisher erwartet rechnen. Die tatsächlichen Einbußen fallen jedoch gering aus.

Beispiel: Ein Arbeitnehmer verdient brutto rund 3.400 Euro pro Monat. Auch wenn dieser von der „Kurzarbeit null“ betroffen ist – also gar nicht arbeitet –, muss sein Arbeitgeber Rentenbeiträge i.H.v. 80 Prozent seines üblichen Lohns entrichten. Dies entspricht 2.720 Euro. Bei normaler Beschäftigung würde der Rentenanspruch des Arbeitnehmers innerhalb von 6 Monaten um 16,63 Euro steigen. Der reduzierte Lohn während der Kurzarbeit führt zu einem geringeren Rentenanspruch von 13,30 Euro – also einer tatsächlichen Rentenkürzung von lediglich 3,33 Euro.

Das aufgrund von Kurzarbeit reduzierte Gehalt hat auch Auswirkungen auf die betriebliche Altersvorsorge (kurz: bAV). Aufgrund des geringeren Verdienstes sinkt die Bemessungsgrundlage. Wie hoch die Einbußen sind, hängt vom Einzelfall ab.

Rente sicher nach Corona? So stabil ist die gesetzliche Rente

Wer kurz vor der Rente steht oder bereits eine gesetzliche Rente bezieht, muss sich aufgrund der Corona-Krise keine Sorgen machen. Gemäß der sogenannten Rentengarantieklausel dürfen die Altersbezüge nicht gekürzt werden – auch nicht bei einem sinkenden Lohnniveau.

Die langfristigen Folgen der Corona-Krise auf die gesetzliche Rente sind derzeit jedoch nicht abzusehen. Es ist denkbar, dass die leeren Rentenkassen mithilfe sogenannter Nullrunden entlastet werden. Als Nullrunde wird ein Jahr bezeichnet, in welchem die gesetzliche Rente nicht an die steigende Inflation angepasst wird.

Rente im Corona Jahr 2020 Wie sicher ist die private Altersvorsorge?

Wie sicher eine private Altersvorsorge aufgrund der Corona-Krise noch ist, lässt sich im Allgemeinen nicht beantworten. Entscheidend sind unter anderem die verbleibende Laufzeit der Anlage sowie ihre Form. Wer über ein fest verzinstes Versicherungsprodukt verfügt, hat keine Zinseinbußen zu befürchten. Die Zinsen wurden dem Anleger fest zugesagt. Die Überschüsse – also die Gewinne, welche der Versicherer mit der Anlage am Kapitalmarkt erzielt – können jedoch schwanken. Der Grund: Aufgrund der Corona-Krise und der damit drohenden Wirtschaftskrise können Überschussbeteiligungen in den kommenden Jahren geringer ausfallen.

Einige Altersvorsorgeanbieter lassen ihre Anleger entscheiden, wie renditeorientiert sie ihre Altersvorsorge gestalten möchten. Hier gilt: Je chancenorientierter die Anlage sein soll, desto größer ist der Anteil der Beiträge, die direkt am Kapitalmarkt angelegt werden – und desto geringer sind die vom Versicherer übernommenen Garantien. Dies kann bedeuten, dass Anleger unter Umständen weniger Geld erhalten, als sie einbezahlt haben.

Trotz Corona für das Alter vorsorgen: Diese Möglichkeiten gibt es

Um ihren bisherigen Lebensstandard auch im Alter zu sichern, kommen viele Arbeitnehmer um Formen der privaten Altersvorsorge als Zusatzabsicherung nicht herum. So bietet die Riester-Rente Anlegern die Möglichkeit, ihre Altersvorsorge chancenorientiert und risikoarm zu organisieren. Ähnliches gilt für die betriebliche Altersvorsorge. Positiv: Beide Formen der privaten Altersvorsorge werden staatlich gefördert.

Auch andere Produkte, wie beispielsweise eine private Rentenversicherung oder die Rürup-Rente, können sich aufgrund der hohen Renditechancen langfristig lohnen.

Hinzuverdienst Rentner: 2020 mit angehobener Hinzuverdienstgrenze

Ehemalige Arbeitnehmer, die mit Erreichen ihrer Regelaltersgrenze in Rente gehen, dürfen ihre Kasse in unbegrenzter Höhe ohne Rentenabzüge mit Geld aus Nebentätigkeiten aufbessern. Wer jedoch früher aus dem Arbeitsleben ausscheidet und beispielsweise die Rente mit 63 in Anspruch nimmt, für den galt bisher eine Hinzuverdienstgrenze in Höhe von 6.300 Euro pro Jahr. Verdienste darüber hinaus wurden anteilig von der Rente abgezogen.

Diese Regelung hat die Bundesregierung für das Jahr 2020 ausgesetzt. Aktuell dürfen Rentner bis zu 44.590 Euro pro Jahr (also 3.715 Euro pro Monat) hinzuverdienen, ohne das Rentenabzüge zu befürchten sind.

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