21.10.2019

Auf Weltreise – Ist eine Rechtsschutzversicherung sinnvoll?

Mit dem Rucksack fremde Länder bereisen, neue Kulturen und Menschen kennenlernen und exotische Landschaften entdecken – viele Menschen träumen von einer mehrwöchigen Weltreise. Wer fernab von organisierten Bustouren und Pauschalreisen unterwegs sein möchte, der sollte sich im Vorwege Gedanken über eine Rechtsschutzversicherung machen. Diese steht bei juristischer Streitigkeit im Ausland beratend zur Seite und schützt Reisende vor hohen Verfahrens- und Schadenersatzkosten.

Reise-Rechtsschutz: In welchen Situationen ist eine Rechtsschutzversicherung auf Weltreise sinnvoll?

Als Weltreisender ist man nur selten mit der aktuellen Rechtslage im jeweiligen Reiseland vertraut. Bereits kleine Gesetzesverstöße oder Unfälle können schnell zu unliebsamen und kostenintensiven Konfrontationen mit örtlichen Behörden führen. Der Blick schweift während der Autofahrt verträumt über die malerische Küstenlandschaft, ein Moment der Unachtsamkeit und schon ist er passiert: der Auffahrunfall im Ausland. Vor allem dann, wenn die Schuldfrage nicht geklärt werden kann, ist eine Verkehrs-Rechtsschutzversicherung eine wertvolle Unterstützung. Sie klärt über die aktuelle Rechtslage im Reiseland auf und informiert den Weltreisenden über das bestmögliche Verhalten im Falle eines Unfalls.

Bei Streitigkeiten mit dem Reiseveranstalter profitieren Weltreisende von einer privaten Rechtsschutzversicherung. Diese greift bei Konflikten rund um das Vertragsrecht. Beispielsweise dann, wenn das Gepäck verloren geht, ein Flug ausfällt oder das Hotel nicht der Buchungskategorie entspricht. In diesen Fällen hilft eine Rechtsschutzversicherung Betroffenen, ihre Ansprüche auf Schadenersatz gerichtlich geltend zu machen und einen Teil der Kosten zurückzuerhalten.

Weltreise: Die Wahl der richtigen Rechtsschutzversicherung

Bei der Suche nach einer geeigneten Rechtsschutzversicherung für eine Weltreise, sind die angebotene Deckungssumme, die abgedeckten Rechtsbereiche sowie die Gültigkeit der Versicherung im Ausland von großer Bedeutung. Von diesen drei Faktoren hängt ab, ob und in welchem Umfang die Versicherung für juristische Streitigkeiten im Ausland eintritt.

Die Deckungssumme

Die Höhe der Deckungssumme stellt bei der Versicherungswahl ein entscheidendes Kriterium dar. Sie bezeichnet den maximalen Betrag, welcher durch eine juristische Streitigkeit von der Rechtsschutzversicherung übernommen wird. Die Höhe der Deckungssumme variiert je nach Anbieter, beträgt in der Regel jedoch mindestens 150.000 Euro. Die im Vertrag festgelegte Versicherungssumme steht für jeden einzelnen Versicherungsfall zur Verfügung. Hängen mehrere Verfahren ursächlich zusammen, werden sie wie ein Verfahren behandelt.

Grundsätzlich gilt: Je höher die Deckungssumme, desto höher die Versicherungsbeiträge. Eine Rechtsschutzversicherung mit Selbstbeteiligung ist für viele Reisende eine interessante Alternative, denn sie bietet eine hohe Deckungssumme bei einem verhältnismäßig geringen Versicherungsbeitrag.

Die abgedeckten Rechtsbereiche

Rechtsschutzversicherung unterscheiden sich auch in den Rechtsbereichen, welche von der Versicherung abgedeckt werden. Folgende Rechtsbereiche sind bei Rechtsstreitigkeiten im Ausland von besonderer Bedeutung und sollte unbedingt von der Versicherung abgedeckt sein:

 

Gültigkeit im Ausland

Kommt es zu einer juristischen Auseinandersetzung im Ausland, gilt eine Rechtsschutzversicherung nur dann, wenn der Ort im europäischen Ausland oder in den Anliegerstaaten des Mittelmeeres liegt. Einige Versicherer bieten zusätzlich einen Versicherungsschutz auf Madeira sowie den Kanarischen Inseln an. Bei einem Aufenthalt außerhalb dieser Regionen greift eine Rechtsschutzversicherung in der Regel nur dann, wenn Sie eine Weltdeckung beinhaltet und man keinen Wohnsitz in dem jeweiligen Land für den Verkehrs- und Privatbereich hat. Wichtig: Um unliebsame Überraschungen zu vermeiden, sollten sich Reisende vor Reiseantritt von ihrer Versicherung schriftlich bestätigen lassen, dass die Versicherung in den geplanten Reiseländern gilt.

Weltreise planen: nützliche Zusatzversicherungen für Backpacker

Auslandskrankenversicherung: Eine Infektion durch Insektenstiche, verdorbene Lebensmittel oder ein Sportunfall können den Urlaubsspaß schnell trüben. Eine Auslandskrankenversicherung ist für Backpacker unverzichtbar. Sie übernimmt die Kosten für die medizinische Versorgung im Ausland sowie den eventuellen Rücktransport nach Hause.

Reisegepäckversicherung: Wer nur mit einem Rucksack unterwegs ist, hat in der Regel wenig Materielles dabei. Doch bereits für eine teure Fotoausrüstung, hochwertige Outdoor-Bekleidung und das Smartphone in der Hosentasche kann sich eine Reisegepäckversicherung lohnen, denn diese ersetzt den finanziellen Schaden bei Verlust oder Diebstahl.

Reiserücktrittsversicherung: Gebuchte Flugtickets, Hotel- oder Hostelaufenthalte sowie Bus- und Bahnfahrten sind häufig ein wesentlicher Bestandteil des Reisepreises. Umso ärgerlicher, wenn die Reise aufgrund von Krankheit oder anderen Zwischenfällen nicht fortgeführt oder gar nicht erst angetreten werden kann. Eine Reiserücktrittsversicherung erstattet in diesen Fällen den Preis und übernimmt weitere anfallende Kosten.

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