05.03.2018

Altersdiskriminierung am Arbeitsplatz – es kann jeden treffen!

Altersdiskriminierung hat viele Erscheinungsformen: Für Menschen über 65 Jahre ist es in Deutschland zum Beispiel schwer, eine Restschuldversicherung bei einer Bausparkasse abzuschließen, um ihr noch nicht ganz bezahltes Wohneigentum abzusichern. Auch der Abschluss eines Kreditvertrags wird älteren Menschen schwer gemacht – so wirkt sich das höhere Alter etwa negativ auf den Kreditscore aus, das heißt, ältere Menschen zahlen häufig mehr Zinsen als jüngere.

Doch auch junge Menschen können Opfer von Altersdiskriminierung werden – im Privatleben genauso wie am Arbeitsplatz. Deswegen sollten Menschen aller Altersgruppen über die verschiedenen Formen dieser speziellen Art der Diskriminierung informiert sein. Und auch wissen, wie man sich dagegen wehren kann.

Wie wird Altersdiskriminierung eigentlich genau definiert?

Die unabhängige Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) schreibt dazu Folgendes:

„Eine Person wird diskriminiert, wenn sie wegen ihres Alters nachteilig behandelt wird, ohne dass es einen sachlichen Grund dafür gibt. […] Grundsätzlich kann sich Altersdiskriminierung unterschiedlich zeigen, etwa als beleidigender Kommentar oder in Form altersbegrenzender Regeln, Vorschriften oder Kriterien. Zum Beispiel, wenn Beförderungen und Fortbildungen erst ab oder nur bis zu einem bestimmten Alter vergeben werden.“

Woran erkennt man Altersdiskriminierung?

Altersdiskriminierung kommt quer durch die Generationen vor. Auslöser sind zum Beispiel:

Mögliche Schwangerschaft
Gerade jüngere Frauen haben es oft schwer, eine gut bezahlte Festanstellung zu finden – denn Arbeitgeber denken, sie könnten ja schwanger werden und würden in diesem Fall für Monate oder vielleicht sogar Jahre ausfallen.

Beförderungen/Gehälter
Manche Arbeits- und Tarifverträge enthalten wichtige Regelungen, die sich an den Fähigkeiten und Leistungen der Mitarbeiter orientieren – doch weder die Bezahlung noch die Aussicht auf eine Beförderung darf an das Alter gekoppelt sein.

Stellenausschreibungen
Hin und wieder findet man eine Formulierung wie „Teamleiter/in zwischen 40 und 50 Jahren gesucht“ – diese darf in Stellenausschreibungen nicht verwendet werden, denn sie schließt alle anderen Altersgruppen von vorneherein aus dem Bewerbungsprozess aus.

Kündigungen
In manchen Unternehmen werden ältere Arbeitnehmer gar nicht mehr eingestellt oder sogar gekündigt, denn sie könnten ja mehr krankheitsbedingte Fehltage im Jahr haben als jüngere Arbeitnehmer. Dabei gibt es keine statistischen Hinweise darauf, dass Ältere im Job weniger leisten als Jüngere.

Wie kann man sich gegen Altersdiskriminierung wehren?

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz gilt im Privat- und im Berufsleben – es soll die Menschen davor bewahren, aufgrund ihres Alters systematisch benachteiligt zu werden.

Gleichbehandlung für alle!

Im AGG werden alle Formen von Diskriminierung definiert – also nicht nur die Altersdiskriminierung, sondern auch Diskriminierung von Menschen wegen ihrer ethnischen Herkunft, ihrer Religion, ihrem Geschlecht oder einer Behinderung. Und auch der Umgang mit diesen Ungleichbehandlungen ist dort geregelt.

Wer im Job Opfer von Altersdiskriminierung und eines damit verbundenen Rechtsverstoßes wurde, hat eventuell Anspruch auf Entschädigung und Schadensersatz. Initial könnten folgende Schritte unternommen werden:

Person aufmerksam machen
Der Vorwurf der Altersdiskriminierung muss innerhalb von zwei Monaten nach der erfolgten Diskriminierung der Person mitgeteilt werden, die sie begangen hat – inklusive der Forderungen, die gestellt werden.

Offizielle Stellen einbeziehen
In den Unternehmen gibt es manchmal eigene Beschwerdestellen für Diskriminierung – an diese Stellen sollte sich ein Betroffener wenden. Betriebs- oder Personalräte sind ebenfalls kompetente Ansprechpartner in Sachen Altersdiskriminierung und können Opfern mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Auch bei der ADS können Geschädigte Beratung und konkrete Hilfe finden: Das Team informiert über Ansprüche, zeigt Möglichkeiten zum rechtlichen Vorgehen auf, vermittelt die richtigen Ansprechpartner und unterstützt bei der friedlichen Einigung. Ob Rechtsschutzversicherungen in einem solchen Fall greifen, muss im Einzelfall entschieden werden.

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Der eingestellte Blog-Beitrag wurde von unserer Partnerkanzlei TeReBe Rechtsanwalts-AG auf rechtliche Korrektheit überprüft.